Panorama

Parlament verabschiedet GesetzPapua-Neuguinea schafft Hexerei ab

29.05.2013, 18:06 Uhr
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Die Huli-Männer leben abgeschieden im Hochland Papua-Neuguineas, um sich vor hexerischen Fähigkeiten der Frauen zu schützen. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Glaube an Hexerei ist in Papua-Neuguinea tief verwurzelt. Durch einen Parlamentsbeschluss ist jetzt ein Gesetz verabschiedet worden, das die Hexerei verbietet. Gleichzeitig wird der Einsatz der Todesstrafe ausgeweitet.

Papua-Neuguinea hat das Gesetz gegen Hexerei abgeschafft. Bislang war Hexerei per Gesetz verboten. Wer wegen Mordes angeklagt war, konnte sich mit dem Hinweis verteidigen, dass das Opfer seine Angehörigen verhext hatte.

Menschenrechtler begrüßten den Beschluss des Parlaments. Gleichzeitig kritisierten sie, dass die Abgeordneten des bitterarmen Landes zwischen Indonesien und Australien den Einsatz der Todesstrafe ausweiteten. Korruption, die Herstellung von gepanschtem Alkohol und das Anbauen von Marihuana-Pflanzen kann künftig mit dem Tode bestraft werden. Die Todesstrafe gibt es seit 1954, aber sie ist nie angewendet worden.

Kritik an Ausweitung der Todesstrafe

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Ein Geisterbeschwörer sucht nach dem Geist, der einen Dorfbewohner krank gemacht haben soll. (Foto: picture alliance / dpa)

"Die größte Herausforderung ist, die weit verbreitete Überzeugung der Leute zu ändern, dass es Hexerei gibt und Hexen bestraft werden müssen", sagte Julie MacKay, Vorsitzende der australischen Frauenorganisation Australian National Committee for UN Women.

"Der Widerruf des Hexerei-Gesetzes war überfällig. Aber wir sind entsetzt, dass die Regierung versucht, eine Art der Gewalt zu beenden und gleichzeitig staatliche sanktionierte Gewalt auszuweiten", sagte Isabelle Arradon von Amnesty International in einer Stellungnahme.

Im Februar war im Hochland Papua-Neuguineas in Mount Hagen eine 20-Jährige gefoltert und verbrannt worden, weil Nachbarn sie als Hexe bezichtigt hatten. Ein Video der Verbrennung schockierte weltweit. Amnesty dokumentierte in einem Jahr mehr als 50 Fälle von Hexenverbrennungen. Die Dunkelziffer liege viel höher, befürchtet die Organisation.

Quelle: ntv.de, dpa