Panorama
Ein Raubmord für gerade einmal 10 Dollar: Paula Cooper 1986.
Ein Raubmord für gerade einmal 10 Dollar: Paula Cooper 1986.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Jüngste Frau in US-Todeszelle : Paula Cooper kommt nach 28 Jahren frei

Mit 15 Jahren begeht Paula Cooper 1985 einen Raubmord, ein Jahr später wird sie zum Tode verurteilt - als bis dahin jüngste Frau der USA. Nachdem ihr Urteil aufgrund massiven öffentlichen Protestes auf eine lange Haftstrafe geändert wird, verlässt sie nun vorzeitig das Gefängnis. Ihr stärkster Fürsprecher: ein Verwandter des Opfers.

Die einst jüngste Amerikanerin in einer Todeszelle ist frei. Paula Cooper, die 1986 im Alter von 16 Jahren wegen Mordes an einer Religionslehrerin zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt worden war, verließ das Gefängnis von Rockville im US-Staat Indiana, wie US-Medien berichteten. Sie kam frei, nachdem das Todesurteil bereits vor Jahren in Haft mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung umgewandelt worden war. Gegen das Todesurteil hatten seinerzeit rund zwei Millionen Menschen aus aller Welt in einer Unterschriftenaktion protestiert. Auch Papst Johannes Paul II. setzte sich damals direkt bei Gouverneur Robert Orr für Paula ein.

Zum stärksten Verbündeten der Verurteilten entwickelte sich aber der Enkel der Ermordeten, Bill Pelke. Er hatte schon vor Jahren mit der Gefangenen Kontakt aufgenommen, ihr vergeben und will nun mit der inzwischen 43-Jährigen einkaufen und essen gehen, wie der US-Sender CNN berichtete. Pelke hatte die Todesstrafe für die Mörderin seiner Großmutter zunächst unterstützt, machte dann jedoch eine spirituelle Wandlung durch und begann sich für eine Abmilderung der Strafe einzusetzen. Heute ist er Vorsitzender mehrerer Organisationen, die sich für die totale Abschaffung der Todesstrafe und eine Kultur der Vergebung einsetzen.

Im Gefängnis den Universitätsabschluss abgelegt

Paula Cooper war 15 Jahre alt, als sie 1985 zusammen mit anderen Mädchen unter dem Einfluss von Drogen den Plan entwarf, die 78-jährige Ruth Pelke in der Stadt Gary auszurauben. Sie hatte ein Küchenmesser dabei und stach 33 Mal zu, wie aus späteren Gerichtspapieren hervorging. Die Beute: gerade mal zehn Dollar. Coopers Komplizinnen wurden zu Haftstrafen zwischen 25 und 60 Jahren verurteilt, während sie selbst durch ein abgelegtes Geständnis zum Tode durch den elektrischen Stuhl verurteilt wurde.

1988 verbot der Supreme Court der USA dann die Hinrichtung von verurteilten Mördern, die zur Tatzeit jünger als 16 waren. Das höchste Gericht Indianas wandelte Paulas Strafe in 60 Jahre Haft um, mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung bei guter Führung. Cooper, die 2001 im Gefängnis ihren Bachelor-Abschluss ablegte, hatte öffentlich um Vergebung für die Tat gebeten: "Jedem obliegt die Verantwortung, zwischen dem Richtigen und dem Falschen zu wählen, und wer sich für das Falsche entscheidet, der sollte bestraft werden", so Cooper.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen