Panorama
Eins der Wahrzeichen Berlins: Die Gedächtniskirche.
Eins der Wahrzeichen Berlins: Die Gedächtniskirche.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 16. Mai 2014

Kirchenasyl zum Pokalfinale: Pfarrer schützt Flüchtlinge vor Fußball-Fans

Flüchtlinge aus Afrika kampieren seit einigen Tagen vor der Berliner Gedächtniskirche. Der Pfarrer möchte ihnen nun Zuflucht gewähren - um sie vor einer am Sonntag drohenden lautstarken "Gefahr" zu schützen.

Die Berliner Gedächtniskirche gewährt einer Gruppe von Flüchtlingen bis Sonntag Zuflucht in der Kapelle am Breitscheidplatz. Das teilte Pfarrer Martin Germer mit. Die bisher im Freien vor der Kirche lagernden Afrikaner sollen so vor Fußballfans geschützt werden, die wegen des DFB-Pokalfinales am Wochenende an dem belebten Platz im Stadtzentrum erwartet werden. Die Flüchtlinge akzeptierten das Angebot. "Wir hoffen, dass wir der Kirche vertrauen können", sagte einer.

Die Flüchtlinge wollen dauerhaft in Deutschland bleiben.
Die Flüchtlinge wollen dauerhaft in Deutschland bleiben.(Foto: imago/Mauersberger)

Die Männer waren aus einer Flüchtlingsunterkunft aus Sachsen-Anhalt nach Berlin gekommen. Ihre Namen und Herkunftsländer halten sie geheim. Sie fordern unter anderem ein bedingungsloses Bleiberecht in Deutschland. Der Gemeindekirchenrat hatte zunächst beschlossen, die Flüchtlinge nur bis Donnerstag auf dem Gelände der Kirche zu dulden.

"Die Gespräche der elf afrikanischen Flüchtlinge mit dem Verein Pro Afrika haben ergeben, dass es bei allen ernsthafte und schwerwiegende Gründe gibt, in Deutschland Hilfe und Schutz zu suchen", sagte Hanns Thomä, der Beauftragte für Migration und Integration der evangelischen Landeskirche. Man wolle den Männern juristische Beratung vermitteln, damit sie ihre rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen könnten.

Quelle: n-tv.de

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