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Oscar Pistorius wird aus seinem Haus in Pretoria abgeführt.
Oscar Pistorius wird aus seinem Haus in Pretoria abgeführt.(Foto: AP)

Missverständnis oder kaltblütige Tat?: Pistorius steht unter Mordverdacht

Der beinamputierte südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius muss sich vor einem Gericht verantworten. Er wird des Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp verdächtigt. Berichte südafrikanischer Medien legen jedoch nahe, dass Pistorius in der Annahme auf Steenkamp schoss, sie sei eine Einbrecherin.

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"Blade Runner" Oscar Pistorius steht nach einem tödlichen Drama unter Mordverdacht. Der sechsmalige Paralympics-Gewinner hat am frühen Donnerstagmorgen in seinem Haus in Silver Lakes am Rande der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen. Laut Medienberichten verwechselte er Steenkamp, die ihn zum Valentinstag habe überraschen wollen, mit einer Einbrecherin. Die Frau wurde nach Polizeiangaben mit vier Schüssen an Arm und Kopf getroffen.

Pistorius' Vater Henk bestätigte die Tragödie. "Wir stehen unter Schock. Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht viele Informationen. Die einzige Person, die genau sagen kann, was passiert ist, ist Oscar selbst", sagte Henk Pistorius.

Wie die Polizei am Vormittag auf einer Pressekonferenz in Pretoria mitteilte, werde Oscar Pistorius nicht gegen eine Kaution auf freien Fuß gelassen. Sie legte Wert darauf, dass die Vermutung von einer versehentlichen Tat "nicht von ihnen" stamme. Die Polizei berichtete zudem, es habe in der Vergangenheit schon mehrmals Fälle von Gewalt im Haus von Oscar Pistorius gegeben.

Waffenbesitz in Südafrika üblich

Mit der 30 Jahre alten Reeva Steenkamp war der vier Jahre jüngere Pistorius seit einem Jahr zusammen. Das blonde Model, im vergangenen Jahr Cover-Girl eines britischen Männer-Magazins (FHM), habe ihren Freund laut eines Berichts der südafrikanischen Zeitung "Beeld" anlässlich des Valentintages überraschen wollen. Steenkamps Model-Agentur bestätigte inzwischen, dass es sich bei der Toten um ihre Klientin handele.

Oscar Pistorius
Oscar Pistorius(Foto: dpa)

Oscar Pistorius, der im vergangenen Sommer in London als erster amputierter Athlet an Olympischen Spielen teilgenommen hatte, wurde nach seiner Festnahme von der örtlichen Polizei des Distrikts Silverwood vernommen und noch am gleichen Tag dem Haftrichter vorgeführt. Südafrika gehört zu den Ländern mit der weltweit höchsten Kriminalitätsrate. Es ist üblich, dass Hausbesitzer Waffen haben, um sich vor Überfällen zu schützen.

Oscar Pistorius ist der Star unter den Behindertensportlern. Er wurde im vergangenen Jahr vom Magazin Time sogar in die Top 100 der einflussreichsten Menschen weltweit aufgenommen. Bei der berühmten Wahl zum "Sexiest Man Alive" des US-Magazins People landete er in den Top 10.

IPC übermittelt Beileid

Reeva Steenkamp
Reeva Steenkamp(Foto: dapd)

Im Alter von elf Monaten wurden Pistorius beide Beine unterhalb der Knie amputiert. Er läuft auf Karbonstelzen. Pistorius wollte bereits bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 antreten, erhielt aber vom Leichtathletik-Weltverband IAAF keine Starterlaubnis. Die IAAF sah in den Wunderstelzen einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil. Pistorius zog gegen diese Entscheidung vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne - und bekam recht. Somit war der Weg frei für seinen historischen Auftritt bei Olympia 2012 in London. Bei der Leichtathletik-WM 2011 holte er mit der 4x400-Meter-Staffel seines Landes Silber. In London trat er dann mit der 4x400-Meter-Staffel seines Landes und auch über die Einzelstrecke an, auf der er im Halbfinale ausschied.

Nach Olympia holte er anschließend bei den Paralympics an gleicher Stelle mit der 4x100-Meter-Staffel und über 400 Meter Gold. "Heute Abend war er absolut majestätisch", sagte damals sogar OK-Chef Sebastian Coe beeindruckt.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) wollte vor dem Hintergrund der laufenden polizeilichen Ermittlungen keine Stellungnahme abgeben, übermittelte der Familie des Opfers aber sein aufrichtiges Beileid.

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Quelle: n-tv.de

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