Panorama

"Es war der ganz normale Wahnsinn" Polizei bilanziert Weiberfastnacht

28.02.2014, 17:28 Uhr
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Viel zu große Scheren gehören an Weiberfastnacht zum Fundus der Närrinnen. (Foto: dpa)

Polizei und Rettungskräfte haben an Weiberfastnacht gut zu tun. Der Regen treibt die Jecken schon früh in die Kneipen - die Stimmung heizt sich auf, und die Polizei muss öfter einschreiten. In Köln gibt es zwei Schwerverletzte bei Unfällen.

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Diese beiden Jecken am Kölner Hauptbahnhof sind schon ziemlich erledigt vom Treiben. (Foto: imago/Ralph Peters)

Nach Weiberfastnacht hat die Polizei in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf eine durchwachsene Bilanz gezogen. "Es war eigentlich der ganz normale Wahnsinn - aber dazu gehören eben auch eine Reihe unerfreulicher Ereignisse", sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. Rund 50.000 Jecken hätten überwiegend fröhlich und friedlich in der Altstadt gefeiert. "Aber mit zunehmendem Alkoholpegel kippt irgendwann die Stimmung und das Aggressionspotenzial steigt." Die Beamten seien zu zahlreichen Einsätzen wegen Prügeleien und Sachbeschädigungen gerufen worden.

Wegen des einsetzenden Regens hätten sich mehr Karnevalisten als sonst schon früh in den Kneipen gedrängt, wo sich die Stimmung teils sehr aufgeheizt habe. Die Polizei musste häufiger einschreiten, um eine Eskalation zu verhindern. Insgesamt wurden in Köln 97 Personen in Gewahrsam genommen, es gab 20 Festnahmen, unter anderem wegen Taschendiebstählen und Körperverletzung. Die Beamten nahmen 289 Strafanzeigen auf und sprachen 247 Platzverweise aus. Die Zahlen seien in etwa so hoch wie in den Vorjahren, sagte der Polizeisprecher. "Das ist leider ein relativ hohes Niveau."

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Gute Stimmung auf dem Heumarkt. (Foto: imago/Ralph Peters)

Auch in Düsseldorf flüchteten viele Narren vor dem Regen in die Kneipen. Teilweise sei es zu einer "gefährlichen Verdichtung" von Menschen gekommen, berichtete die Polizei. Es sei aber alles glimpflich ausgegangen. Die Beamten hätten in der Düsseldorfer Altstadt ungefähr so viele Einsätze gehabt wie im Vorjahr - wobei dort dieses Mal mehr Menschen unterwegs gewesen seien. Im Gegensatz zu früheren Jahren seien Massenschlägereien und schwere Körperverletzungen aber ausgeblieben.

Köln-Besucher bei Straßenbahn-Unfällen verletzt

In Köln erlitten zwei Menschen bei Straßenbahn-Unfällen an Weiberfastnacht schwere Verletzungen. In einem Fall stieg ein 38 Jahre alter Betrunkener über die Kupplung einer Bahn, als diese anfuhr. Der Mann geriet unter die Bahn und wurde mitgeschleift. An einer anderen Haltestelle wollte ein 18-Jähriger eine abfahrende Bahn mit einem Fuß in der Tür aufhalten. Der Angetrunkene wurde 50 Meter weit mitgeschleift und blieb laut Polizei in einem Absperrgitter hängen.

Ein Autofahrer verlor im närrischen Treiben die Nerven und fuhr in eine Gruppe feiernder Jecken. Zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen. "Als Passanten gegen die Scheiben des Autos schlugen, stieg der Fahrer mit einem Hammer bewaffnet aus und schrie die Menge an", berichtete die Polizei. Der 26-Jährige flüchtete mit seinem Auto, konnte aber später ausfindig gemacht werden.

In Neuwied in Rheinland-Pfalz suchte sich ein Karnevalsfreund ausgerechnet einen Polizeiwagen als Zielscheibe fürs Pinkeln aus. Die Polizisten, die sich ganz in der Nähe aufhielten, erteilten dem 26-jährigen einen Platzverweis.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa