Skimming im SupermarktPolizei rätselt über Manipulation
Bisher haben Kriminelle EC-Automaten präpariert, um an die Kartendaten zu kommen und dann die Konten von Kunden abzuräumen. In Lübeck sind nun erstmals die Kartenlesegeräte an Supermarktkassen manipuliert worden. Wie, ist der Polizei noch ein Rätsel. Die Zahl der Geschädigten ist groß.
In einem Lübecker Supermarkt haben Kriminelle die EC-Kartenlesegeräte an den Kassen manipuliert und damit über einen längeren Zeitraum unbemerkt die Kartendaten und PIN-Nummern von Kunden ausgespäht. Wie die anscheinend hochprofessionellen Täter die Betrugstechnik installierten, sei noch unklar, teilte das schleswig-holsteine Landeskriminalamt (LKA) in Kiel mit.
Es sei der erste derartige Fall in Schleswig-Holstein. Sogenannte Skimmingattacken, bei denen die Magnetstreifen von EC-Karten ausgelesen und die Informationen von Kriminellen später zwecks illegaler Abbuchungen auf eigene Kartenrohlinge übertragen werden, gab es dort bislang nur an Geldautomaten.
Den Angaben zufolge ist von einer "Vielzahl von Geschädigten" auszugehen. Es hätten sich bereits zahlreiche Supermarktkunden gemeldet, von deren Konten die unbekannten Täter mit ihren Kartendubletten im Ausland Geld abgehoben hätten. Offen sei bisher aber, wie es ihnen gelungen sei, die Lesegeräte an den Kassen unbemerkt zu manipulieren. Das LKA habe die weiteren Ermittlungen übernommen.
Es sei auch davon auszugehen, dass ein Einbruch, bei dem am Wochenende in dem Supermarkt zwei Terminals gestohlen wurden, mit dem Ausspähen zusammenhänge. Der gesamte Vorgang sei ein deutlicher Hinweis, dass Kriminelle "flexibel" auf erhöhte Sicherheitsmaßnahmen an Geldautomaten reagieren und sich neue Felder suchten, erklärte das LKA. Supermärkte sollten ihre Geräte täglich prüfen.