Brutaler Entführungsfall bei Berlin Polizei stellt möglichen Millionenerpresser

Die gewaltsame Entführung, bei der ein Berliner Geschäftsmann zwei Tage an einem See festgehalten wird, sorgt im vergangenen Oktober für Schlagzeilen. Monatelang sucht die Polizei mit großem Einsatz, aber ohne Erfolg nach dem auch in einem anderen Fall verdächtigen Entführer. Jetzt wird ein möglicher Täter gestellt.
Im Fall der Entführung eines Berliner Investment-Unternehmers in Storkow konnte die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen. Der 46-Jährige soll unverzüglich dem Haftrichter vorgeführt werde, teilte das Polizeipräsidium Potsdam mit. Weitere Einzelheiten würden auf einer Pressekonferenz am Mittwoch mitgeteilt.
Bereits am 5. Oktober 2012 hatte ein bewaffneter Einbrecher am den damals 51 Jahre alten Geschäftsmann Stefan T. aus seiner Villa in Storkow verschleppt und danach im Schilf am Großen Storkower See festgehalten. Dabei hatte der Kidnapper versucht, eine Millionensumme im Gegenzug für die Freilassung des Mannes zu erpressen. Zwei Tage nach der Entführung konnte sich das Opfer jedoch selbst befreien. Anschließend waren noch im vergangenen August bis zu 60 Polizeibeamte mit der Fahndung nach dem Täter beschäftigt.
Gleiche Waffe
Der mit einer bei Bienenzüchtern üblichen Gaze-Maske gekleidete Mann drang damals in das Haus des Geschäftsmannes ein und schoss mit einer Pistole in die Decke. Er zwang die Frau des Opfers, ihren Mann vor den Augen des Kindes zu fesseln und ihm Augen und Mund zu verkleben. Dann zerrte der bewaffnete Täter den Mann aus dem Haus und brachte ihn in den anliegenden See. Dort musste T. sich an ein Kajak klammern, und sich vom Täter zu einer Schilfinsel ziehen lassen.
Die Polizei ging davon aus, dass der bisher Unbekannte auch mit einem weiteren Verbrechen gegen die Unternehmerfamilie Pepper aus Berlin in Zusammenhang steht. Im Herbst 2011 wurde in Bad Saarow auf die Tochter der Familie geschossen. Der ostbrandenburger Kurort liegt etwa 15 Kilometer von Storkow entfernt. Bei dem Angriff blieb die junge Frau unverletzt, doch ein sich schützend vor sie werfender Wachmann erlitt schwere Verletzungen. Bereits einige Wochen zuvor war die Frau des Unternehmers niedergeknüppelt worden.
An beiden Tatorten - in Bad Saarow und Storkow - fielen die Schüsse aus derselben Waffe, fanden Gutachter heraus. Bei der Soko "Imker" - benannt nach der auffälligen Maske des Kidnappers - gingen bis zum Frühjahr 432 Hinweise aus der Bevölkerung ein, nachdem sich die Polizei übers Fernsehen an die Öffentlichkeit gewandt hatte.