Nach Großeinsatz in SiegenPolizisten finden Waffenarsenal
Die Polizei findet ein umfangreiches Waffenlager bei dem Siegener, der vor einigen Tagen für einen Großeinsatz gesorgt hat. Der 28-Jährige bezeichnet sich selbst als "Waffen-Narr". Woher die Gewehre und Pistolen stammen und was er damit vorhatte, ist noch offen.
Bei dem 28-Jährigen, der in Siegen einen achtstündigen Großeinsatz ausgelöst hatte, ist ein umfangreiches Waffenarsenal entdeckt worden. In der Wohnung des Siegeners fand die Polizei drei Sturmgewehre, ein Maschinengewehr, eine Maschinenpistole, fünf Pistolen, zwei Revolver, eine scharfe Handgranate sowie mehrere tausend Schuss Munition, wie die Ermittler mitteilten. "Alle Waffen waren durchgeladen", sagte Staatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss in Siegen. In einer Vernehmung habe sich der Mann selbst als "Waffen-Narr" bezeichnet.
Gegen den Mann wurde Haftbefehl unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erlassen. Am Mittwoch hatten ihn zwei Polizisten an seiner Arbeitsstelle vorläufig festnehmen wollen - wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Plötzlich bedrohte der 28-Jährige die Beamten mit einer Pistole, gab einen Schuss ab und floh mit deren Dienstwaffen zu seiner Wohnung. Dort wurde er erneut gestellt, als er mit weiteren Waffen die Flucht fortsetzen wollte. Er gab eine Salve aus einer Kalaschnikow ab und verschanzte sich in dem Mehrfamilienhaus.
Das Wohngebiet wurde weiträumig abgeriegelt. Die Polizei hatte den ganzen Tag über Kontakt zu dem Mann. Am frühen Abend ließ er sich widerstandslos festnehmen. "Er hat sich offenbar den ganzen Tag überlegt, wie er sich verhalten soll: Sich festnehmen oder sich erschießen lassen", sagte von Grotthuss. Er habe von zwei Alternativen gesprochen: "Aufgeben oder raus gehen und tot sein."
Waffen werden untersucht
Woher die Waffen stammen, sei noch unklar. Auch was der Mann mit dem Waffenarsenal anfangen wollte, müsse noch geklärt werden. "Er hat zwar zugegeben, dass es seine Waffen sind und dass er damit geschossen hat", sagte von Grotthuss. Er habe sich auch selbst als "Waffen-Narr" bezeichnet. Andere Fragen habe der 28-Jährige aber nicht beantwortet.Sämtliche Waffen seien illegal gewesen. Der Mann habe keinerlei Erlaubnis zum Besitz von Waffen gehabt. Weil der 28-Jährige zur Herkunft der Waffen schweigt, hofft von Grotthuss auf die weiteren Ermittlungen. "Die Waffen werden gründlich untersucht. Vielleicht finden sich dabei ja Hinweise auf die Herkunft oder DNA-Spuren, die uns weiterhelfen."
Bisher sei der bei einer Autoverwertung als Teile-Verkäufer tätige Mann polizeilich kaum aufgefallen. 2007 sei bei einer Kontrolle ein Schlagring bei ihm gefunden worden. Außerdem sei er einmal wegen Nötigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Auf den Mann aufmerksam geworden war die Polizei im Zusammenhang mit einem anderen Ermittlungsverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes. Am Dienstag war bei einem anderen Verdächtigen in Hilchenbach Munition gefunden worden, die von dem 28-Jährigen stammen soll.
Am Mittwoch war man zunächst davon ausgegangen, dass dem Mann auch versuchte Tötung zur Last gelegt werden muss, weil er bei der missglückten Festnahme in Richtung der Beamten geschossen haben soll. "Das hat sich so zunächst nicht bestätigt", sagte von Grotthuss. Der Mann habe wohl keine Tötungsabsicht gehabt.