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In Haar im Landkreis München wurde wahrscheinlich vor Jahren ein Mann von seiner Lebensgefährtin ermordet und im Garten vergraben.
In Haar im Landkreis München wurde wahrscheinlich vor Jahren ein Mann von seiner Lebensgefährtin ermordet und im Garten vergraben.(Foto: dpa)

Studentin unter Mordverdacht: Polizisten finden verdächtigen Plastiksack

Die Polizei ist einem unentdeckten Kriminalfall auf der Spur, bei dem vor rund sechs Jahren ein Student umgebracht worden sein soll. Im Garten seiner damaligen Freundin machen die Polizisten einen grausigen Fund.

Ein ungelöster Kriminalfall hat die Münchner Polizei am frühen Morgen nach Haar (Bayern) geführt. Im Garten eines Einfamilienhauses vermuteten die Ermittler ein Mordopfer aus dem Jahr 2010, von dessen Existenz sie bis Jahresanfang noch gar nichts wussten.

Eine 31 Jahre alte Münchner Pädagogik-Studentin soll vor Jahren ihren Freund getötet und im Garten verscharrt haben. Die Polizei durchsuchte das Haus der Frau in Haar bei München und grub im Garten nach der Leiche des 1980 geborenen Studenten. "Wir haben einen verdächtigen Plastiksack gefunden", sagte ein Sprecher. Die Wahrscheinlichkeit sei sehr groß, dass sich darin Leichenteile befinden. Endgültige Sicherheit sollte eine Obduktion bringen.

Anfang des Jahres hatte die Mordkommission München den Hinweis auf ein mögliches, länger zurückliegendes Tötungsdelikt im Landkreis München erhalten.

Mysteriös ist die Geschichte des Opfers: Der Student war offiziell nie als vermisst gemeldet. Als der Kontakt der Eltern zu ihm 2010 abbrach, wandten die sich zwar auch an die Polizei, zu tatsächlichen Ermittlungen kam es jedoch nie. Grund dafür war die Vermutung der Eltern, der Sohn könnte sich mit seiner neuen Freundin, einer Rumänin, in deren Heimatland abgesetzt und sämtliche Kontakte nach Deutschland und zu den Eltern abgebrochen haben. Ein von den Eltern engagierter Privatdetektiv konnte den Sohn jedoch nie in Rumänien aufspüren.

Opfer gemeinsam verscharrt

Der 33 Jahre alte heutige Lebensgefährte der Studentin steht nach Polizeiangaben unter Verdacht, ihr dabei geholfen zu haben, die Leiche zu vergraben. "Die Leiche muss sich über einige Zeit im Haus befunden haben", sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Markus Kraus.

Die Studentin und ihr aktueller Freund und Mitbewohner äußerten sich laut Polizei zu dem konkreten Ort, an dem die Leiche des früheren Freundes im Garten vergraben sein soll - und nicht nur dazu: "Es ist eingeräumt worden, dass es einen Streit im Vorfeld gab", sagte Kraus. Es wurden Haftbefehle erlassen: gegen die Frau wegen Mordverdachts, gegen den Mann wegen des Verdachts auf Strafvereitelung.

Quelle: n-tv.de

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