Panorama
Video
Donnerstag, 09. November 2017

Affäre bei Berliner Polizei: Praktikantin verbreitet geheime Fotos

Bei der Berliner Polizei fotografiert eine Praktikantin vertrauliche Unterlagen - und verbreitet sie per Whatsapp. Zudem stehen Studenten der Polizei-Akademie im Verdacht, bei Prüfungen geschummelt zu haben. Die Masche klingt filmreif.

Die Berliner Polizei kommt nicht zur Ruhe. Wieder geht es um die Verstrickung krimineller arabischer Großfamilien mit den Behörden. Im Mittelpunkt des aktuellen Falles steht eine 20-jährige Studentin, die bei ihrem Praktikum vertrauliche Unterlagen abfotografiert und in einer Whatsapp-Gruppe veröffentlicht haben soll.

Die 20-Jährige ist Behördenangaben zufolge keine Polizeischülerin, sondern als Studentin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) im Fach "Öffentliche Verwaltung" eingeschrieben. Bei den Bildern handele es sich um Fahndungsfotos von Mitgliedern einer arabischen Großfamilie, die im Intranet der Polizei veröffentlicht waren sowie um einen bundesweiten polizeiinternen Warnhinweis, wie lokale Medien berichten.

Die 20-Jährige habe selbst einen arabischen Migrationshintergrund und sei auf eigenen Wunsch für ihr Praktikum auf einen Polizeiabschnitt im Berliner Stadtteil Schöneberg gekommen, schreibt die Berliner "B.Z". Ob die junge Frau gezielt nach Informationen über die Fahndung gesucht hat, ist unklar.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls am 20. Oktober leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen die Studentin ein und beendete das Praktikum. "Wir ermitteln wegen Verrats von Dienstgeheimnissen", sagte eine Sprecherin. Die Hochschule behält sich weitere Prüfungen vor. Die Studentin habe aber nicht gegen die Prüfungsordnung verstoßen, heißt es. Deshalb verliere sie nach dem derzeitigen Stand nicht ihren Studentenstatus.

Plagiatsvorwürfe gegen Berliner Polizeistudenten

Zudem stehen Studenten im Verdacht, bei Prüfungen geschummelt zu haben. Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtete, sollen an der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht Polizei-Studenten mit Migrationshintergrund Doppelgänger zu wichtigen Rechtsklausuren geschickt haben, um besser abzuschneiden. Außerdem sollen Plagiate bei Hausarbeiten abgegeben worden sein.

In der vergangenen Woche hatten schon massive Vorwürfe gegen die Polizeiakademie in Berlin Aufsehen erregt. Drei Fälle von Plagiaten hätten Dozenten der rbb-"Abendschau" bestätigt, teilte der Sender mit. Die Hochschule habe Plagiate nicht ausgeschlossen, wollte Zahlen aber aus Datenschutzgründen nicht nennen. "Wir haben uns sehr gewundert, dass bei der Präsentation der Arbeiten dann immer vom Blatt abgelesen wurde. Selbst konnten die Studenten keinen einzigen zusammenhängenden Satz dazu sprechen", erklärte eine Lehrkraft, die anonym bleiben will, dem Sender. Die Leitung der Hochschule soll bei der Polizeiführung schon im Sommer Unterstützung angefordert haben, berichtete der rbb weiter.

Rund 20 Polizisten, die eigentlich im Funkwagen sitzen müssten, kontrollieren und beaufsichtigen demnach jetzt die Klausuren. Die Studenten studieren an der Hochschule für den höheren Dienst. Seit Tagen sorgen immer neue Vorwürfe zu Missständen an der Ausbildungsstätte der Hauptstadt-Polizei für Aufregung. Demnach sollen dort Polizeischüler mit Migrationshintergrund durch Hass, Lernverweigerung und Gewalt in einer Klasse aufgefallen sein.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen