Mittwoch, 22. Juli 2009
Briten bleiben zu Hause: Pubs machen dicht
Barkeeper in einem Pub in London. Die Finanzkrise setzt der britischen Pub-Kultur schwer zu.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Die Pubs in Großbritannien schließen wegen der Wirtschaftskrise im Rekordtempo. Mittlerweile gehen pro Woche in 52 der traditionellen Kneipen die Lichter aus; damit hat sich das Pub-Sterben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel erhöht.
Besonders das typische Pub um die Ecke in Wohngebieten mit kleinem Einzugsgebiet bekommt die Folgen der Rezession zu spüren, wie aus einer Statistik der Britischen Brauerei- und Pubvereinigung (BBPA) hervorgeht.
Bier zu Hause ist günstiger
Viele Briten würden mittlerweile ihr Bier lieber preiswert zu Hause trinken, als ins Pub zu gehen. Besser geht es den Gaststätten, die nicht nur Getränke ausschenken, sondern auch eine Speisekarte haben. "Die Rezession hat den größten Einfluss. Weniger Menschen gehen aus, und weniger Menschen lassen ihr Geld in Pubs oder Bars", sagte ein BBPA-Sprecher. Zwar würden die Pubs versuchen, sich zu verändern. "Aber ein Kleinstadt-Pub kann kaum zur szenigen Großstadt-Bar werden."
Über Jahre hinweg lag die Zahl der typisch britischen Gaststätten, in denen sich Touristen ebenso wohlfühlen wie Nachbarn oder Geschäftsleute, stabil bei etwa 60 000. Im Jahr 2005 wurde pro Woche in nur zwei Gaststätten zum letzten Mal der Zapfhahn zugedreht. Doch in den vergangenen Jahren ließen Inflation, Rauchverbot, Rezession und steigende Arbeitslosigkeit immer mehr Gäste zu Hause bleiben. Allein im vergangenen Jahr ging die Zahl der Pubs laut BBPA um etwa 2400 auf knapp 53 500 zurück.
dpa
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