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Schauspieler holt seinen Pass ab: Putin empfängt Depardieu

Konsequent zieht der Schauspieler Gérard Depardieu seinen Staatsbürgerschaftswechsel durch und holt seinen neuen Pass sogar persönlich ab. Diesen bekommt er von keinem Geringeren als dem Präsidenten Wladimir Putin überreicht. Ihm fehle Anerkennung, meint der Autor Wladimir Kaminer angesichts dieser Inszenierung.

Depardieu präsentiert seine neue Staatsangehörigkeit.
Depardieu präsentiert seine neue Staatsangehörigkeit.(Foto: dpa)

Der französische Filmstar Gérard Depardieu hat sich seinen neuen russischen Pass  persönlich in Russland abgeholt. Es habe ein "kurzes Treffen" des Schauspielers mit Staatschef Wladimir Putin in dessen Residenz in Sotschi am Schwarzen Meer gegeben, bestätigte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Dabei sei Depardieu sein neuer Pass ausgehändigt worden. Auf die Frage, ob Putin das Dokument persönlich überreicht habe, antwortete sein Sprecher schlicht mit "Nein", ohne weitere Angaben zu machen.

"Der Präsident hat mit Herrn Depardieu über dessen weitere künstlerische Pläne und eine Reihe weiterer Fragen gesprochen", sagte Peskow. "Beide haben auch über den Film 'Rasputin' gesprochen, der bisher nicht in Russland zu sehen war", sagte Peskow.

Kaminer reagiert mit Unverständnis

Aus der Sicht des Bestseller-Autors Wladimir Kaminer ist Depardieus handeln ein Zeichen mangelnder Anerkennung. Der Neu-Russe Depardieu sei mit seinen 64 Jahren in einem Alter, in dem er sich frage: "Bin ich noch Mann oder schon Maus?", sagte Kaminer in einem Gespräch. Kremlchef Wladimir Putin hatte dem französischen Schauspieler per Erlass die russische Staatsbürgerschaft verliehen, Depardieu dankte mit den Worten: "Ehre sei Russland".

Etwas Gutes bringe die Entscheidung für Russland aber möglicherweise mit sich, sagte Kaminer ironisch. "Depardieu könnte den Russen beim Weinanbau helfen. Russischer Wein schmeckt abscheulich." Depardieu ist nach eigenen Angaben seit mehr als 25 Jahren Winzer.

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Quelle: n-tv.de

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