Panorama

Staatsanwalt zieht Antrag zurück: Rasanter Notarzt bleibt straffrei

Im Einsatz fährt ein Notarzt in Bayern im Eiltempo - eine Gefährdung für den Verkehr, findet die Staatsanwaltschaft und brummt ihm ein Bußgeld auf. Doch 200.000 Unterzeichner einer Petition finden das ungerecht. Die zuständigen Staatsanwälte lenken nun offenbar ein.

Der Einsatz der Unterstützer eines bayerischen Notarztes hat sich offenbar bezahlt gemacht. Der Mediziner, der wegen einer rasanten Einsatzfahrt ins Visier der Justiz geraten war, bleibt wohl straffrei. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte, eine nochmalige Überprüfung habe ergeben, "dass der von der Polizeiinspektion Neuburg an der Donau aufgenommene Sachverhalt eine Verurteilung wegen Straßenverkehrsgefährdung nicht erwarten lässt". Maßgeblich hierfür sei die Schilderung der Einsatzfahrt durch den Notarzt gewesen, die erst nach Erlass des Strafbefehls bei Gericht eingegangen sei.

"In Abwägung der gebührenden Ausübung der Sonderrechte des Rettungsdienstes und der dabei gleichwohl gebotenen Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer lässt sich dem Notarzt gegenüber ein strafbarer Vorwurf nicht aufrechterhalten", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft.

Bisher unterzeichneten bereits mehr als 200.000 Menschen aus dem In- und Ausland eine Online-Petition, in der ein "Freispruch" für den Mediziner gefordert wird. Der Notarzt war nach einer Einsatzfahrt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt worden.

Die Generalstaatsanwaltschaft München kündigte unterdessen für den Nachmittag eine Erklärung zu dem Fall an. Im vergangenen April war der Mediziner aus Oberbayern von der Rettungsleitstelle Ingolstadt in das gut zehn Kilometer entfernte Karlshuld geschickt worden. Ein zweijähriges Mädchen hatte Schnellkleber verschluckt und drohte zu ersticken.

Auf der Fahrt mit Blaulicht und Martinshorn überholte der Notarzt mehrere Autos. Ein Autofahrer zeigte ihn an, der Arzt bekam einen Strafbefehl über 4500 Euro wegen Verkehrsgefährdung. Zudem drohte ihm der Führerscheinentzug für sechs Monate. Weil der 51-Jährige die Strafe des Amtsgerichts Neuburg a.d. Donau nicht akzeptieren will, sollte es nun zum Prozess kommen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen