Montag, 19. Juli 2010
Arabische Drogenmafia: Richterin Heisig rechnete ab
Kurz vor ihrem Selbstmord arbeitete Jugendrichterin Heisig noch an einem Buch über ihre Erfahrungen. Darin beschreibt sie auch, wie die arabische Drogenmafia in Deutschland aktiv ist. Und wie inkonsequent die Behörden darauf reagieren.
Kirsten Heisig starb kurz nach den letzten Korrekturen an ihrem Buch.
(Foto: dpa)
Nach Einschätzung der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die sich vor knapp drei Wochen das Leben genommen hatte, schleust die arabische Drogenmafia Kinder und Jugendliche aus palästinensischen Flüchtlingslagern nach Deutschland. In Beirut würden sie in Flugzeuge gesetzt, müssten ihre Pässe bei Schleusern abgeben und meldeten sich bei der Einreise als staatenlos und asylsuchend, schreibt Heisig in einem Buch, das in Kürze erscheint. Gleichzeitig kritisierte Heisig die deutschen Behörden.
Die jungen Männer würden in Deutschland bei arabischen Großfamilien untertauchen und als Drogendealer angelernt, heißt es in dem Auszug, den der "Spiegel" vorab druckte. Der neueste Trend der Banden sei es, Jugendliche unter 14 Jahren heranzuschaffen, da sie noch nicht strafmündig seien. Die arabische Mafia habe den Handel mit harten Drogen in Deutschland fest in der Hand. Heisig schrieb, bei der Einreise müsse viel konsequenter kontrolliert werden. "Was gegenwärtig geschieht, ist, wie in so vielen Bereichen, blankes Wegsehen und Herumlavieren."
Die 48-jährige Heisig, die bundesweit bekannt war, war Anfang Juli nach mehrtägiger Suche tot in einem Wald in Berlin entdeckt worden. Wenige Tage zuvor hatte sie ihrem Verlag letzte Korrekturen zu ihrem Erfahrungsbericht über den Kampf gegen jugendliche Kriminelle durchgegeben. Über die Gründe für ihren Tod gibt es nur Spekulationen.
Heisig hatte das sogenannte Neuköllner Modell initiiert, nach dem jugendliche Straftäter schnell bestraft werden sollen.
dpa
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