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Norwegen und Kanada sind die einzigen Länder, die die Robbenjagd noch kommerziell betreiben.
Norwegen und Kanada sind die einzigen Länder, die die Robbenjagd noch kommerziell betreiben.(Foto: REUTERS)

Norwegen streicht Subventionen: Robbenjagd steht vor dem Aus

Anhänger der Tradition begründen das Schlachten von Robben mit der Schonung der Fischbestände. Nach dem EU-Einfuhrverbot auf Robbenprodukte, streicht nun die norwegische Regierung auch die Subventionen. Das Ende der blutigen Jagd?

In Norwegen steht die hoch umstrittene kommerzielle Robbenjagd vor dem Aus. Das Parlament beschloss, die jährlichen Subventionen von zwölf Millionen Kronen, umgerechnet 1,3 Millionen Euro ab 2015 zu streichen. "Wir fürchten, dass die Jagd zusammen mit den Subventionen verschwinden wird", sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Handel und Fischfang, Geir Pollestad. Tierschützer reagierten mit großer Erleichterung.

Die EU hatte vor vier Jahren die Einfuhr von Robbenprodukten aus Norwegen und Kanada verboten - den beiden Ländern, die die Jagd noch kommerziell betreiben. Als Begründung wurden "moralische Bedenken der Öffentlichkeit" gegen die "grausamen Jagdmethoden" angeführt. Insbesondere für die norwegischen Robbenjäger brach damit der Markt weg. Laut Abgeordneten machen die Subventionen inzwischen 80 Prozent ihres Gehaltes aus, für jedes der 12.000 getöteten Tiere zahlt der Staat ihnen umgerechnet 110 Euro.

Tierschützer begrüßen die Entscheidung

Der Ausschussvorsitzende Pollestad betonte, dass das Parlament die Jagd auf Robben nicht verboten habe. Die rechtskonservative Regierung begründete die Subventionsstreichungen mit dem Zwang zu Budgeteinsparungen. Anhänger der Tradition sagen, die Dezimierung der Robbenpopulation sei notwendig, um die Fischbestände zu schonen und somit den Fischern ein sicheres Auskommen zu ermöglichen.

Die Präsidentin der norwegischen Tierschutzorganisation Noah, Siri Martinsen, nannte das Argument einen "Mythos". "Es gibt keinen Grund dafür, dass norwegische Steuerzahler Menschen finanzieren, die auf umstrittene Weise Tiere töten, obwohl niemand mehr ihr Fell haben will." Niemand gehe heute mehr mit einem Robbenmantel vor die Tür. Die Robbenjagd "gehört der Vergangenheit an", erklärte auch Greenpeace Norwegen.

Die Entrüstung gegen die Robbenjagd entstand durch Bilder von jungen weißen Robben mit großen Augen, die totgeprügelt wurden, damit ihr Fell keinen Schaden nimmt. Das Töten von Robbenbabys ist in Norwegen schon längst verboten. Die traditionelle Jagd erfolgt mit Kakapis, das sind Holzstiele mit einer Metallspitze. Mit ihnen wird den Robben auf den Kopf geschlagen, um sie bewusstlos zu machen, bevor sie getötet werden.

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Quelle: n-tv.de

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