Erstes Schweinegrippe-OpferRussland dementiert
Russische Behörden haben einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation zurückgewiesen, nach dem erstmals ein Mensch in Russland an Schweinegrippe gestorben ist. Der Tod sei durch eine Lungenentzündung verursacht worden, heißt es.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat einen Bericht zurückgezogen, wonach in Russland erstmals ein Mensch an der Schweinegrippe gestorben ist. Die UN-Behörde hatte Russland auf einer Liste aufgeführt, die europäische Länder verzeichnet, in denen es Todesopfer des H1N1-Virus gegeben hat. In einer Fußnote auf der WHO-Seite hieß es, der Tod sei fälschlicherweise mit dem Virus in Verbindung gebracht worden. Russische Behörden teilten mit, eine 46-jährige Frau, bei der eine Ansteckung mit der Schweinegruppe vermutet worden war, habe an einer Nierenerkrankung gelitten und sei an einer Lungenentzündung gestorben.
Der Chef des Virologischen Instituts in Moskau, Dmitri Lowow, hatte in der vergangenen Woche Alarm geschlagen und erklärt, die offiziell registrierte Zahl von 381 Infizierten in Russland sei viel zu gering angesetzt. Die wirkliche Zahl könne Zehntausende betragen, sagte Lowow im russischen Fernsehen. Der Wissenschaftler hatte auch erklärt, eine russische Frau sei der Grippe erlegen. Dies war aber von den Behörden bestritten worden.
Deutscher Influenza-Kongress
In Deutschland gab das zuständige Robert Koch-Institut die Zahl der bisher seit Auftreten der Grippe Ende April erkrankten Menschen mit bislang knapp 20.000 an. In der Regel seien die Erkrankungen in Deutschland mild verlaufen.
Neue Strategien im Kampf gegen die Grippe wollen Wissenschaftler in Erfurt beraten. Zu dem 3. Deutschen Influenza-Kongress werden bis zum Samstag rund 230 Experten aus dem In- und Ausland erwartet.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht unter anderem die ab Oktober geplante Massenimpfung gegen die Schweinegrippe. Auch die Gefahr einer zunehmenden Impfmüdigkeit bei der saisonalen Grippe soll thematisiert werden. Veranstalter der Tagung ist die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV). Deren Präsident hatte bereits zuvor geraten, auch Kinder auf die Grippe-Impfempfehlungsliste zu setzen.