Samstag, 24. Juli 2010
Aufsichtsbehörde ermittelt gegen Bahn: Schikanen bei Reklamationen
Bahnkunden, die Entschädigungen für verspätete Züge einfordern, werfen dem Unternehmen Schikanen vor. Fahrkarten würden bei der Bearbeitung der Fälle verschwinden, heißt es. Eine Bahnsprecherin sagt, bei den vielen zu bearbeitenden Fällen, könne das vorkommen.Gegen die Deutsche Bahn gibt es Vorwürfe, sie schikaniere Reisende bei der Reklamation von Fahrkarten für stark verspätete Züge. Wie "Der Spiegel" berichtet, bekamen Kunden auf ihre Beschwerdebriefe in mehreren Fällen die Antwort, sie sollten die Fahrkarte als Beleg einreichen. Die meisten Kunden hatten das Ticket aber bereits ihrer Reklamation beigefügt. Angaben über die Zahl der Fälle machte das Magazin nicht.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Seit 2009 muss der Bahnkonzern bei Fahrplanüberschreitungen von mehr als 60 Minuten bis zur Hälfte des Ticketpreises erstatten. Die Beweislast liegt allerdings beim Kunden. "Ich hoffe doch sehr, dass das Verlieren von Fahrkarten durch die Deutsche Bahn nicht ein Weg ist, Kunden von ihrer zustehenden Entschädigung abzuhalten", zitiert das Magazin aus einem Beschwerdebrief an das Eisenbahn-Bundesamt (EBA). Laut einem Sprecher des EBA, der Aufsichtsbehörde der Bahn, ist die Problematik "derzeit Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens".
Eine Bahnsprecherin sagte, bei der Vielzahl an Reklamationen "kann es leider vorkommen, dass Unterlagen verloren gehen". Im Sinne der Kunden strebe der Konzern aber eine "kulante Lösung" an und akzeptiere auch alternative Nachweise für den Ticketkauf, etwa einen Zahlungsbeleg.
Bisher 3800 Hitzeopfer entschädigt
Als Konsequenz aus der Serie von Hitzeausfällen bei Zügen fordert die FDP einen Umbau des Vorstands. Der Staatskonzern brauche hier ein Mitglied, welches nur für Verbraucherfragen zuständig ist, sagte Verbraucherschutzexperte Erik Schweickert der "Süddeutschen Zeitung". "Das Bahnmanagement muss endlich einen besseren Kundenservice und wirkungsvollen Verbraucherschutz sicherstellen."
Nach dem Hitzechaos hat die Deutsche Bahn bisher etwa 3800 betroffene Fahrgäste entschädigt. Dies sagte eine Bahnsprecherin. Demnach wurden in den vergangenen elf Tagen insgesamt 219.000 Euro in Form von Reisegutscheinen an Fahrgäste ausgegeben, die in Zügen mit ausgefallenen Klimaanlagen schwitzen mussten.
Insgesamt waren rund 50 Zugverbindungen von defekten Klimaanlagen betroffen. In einem dramatischen Fall am 10. Juli wurde ein Zug in Bielefeld gestoppt. Mehrere Schüler waren wegen der Hitze im ICE kollabiert. Neun von ihnen kamen ins Krankenhaus. In den 219.000 Euro sind die von Bahnchef Rüdiger Grube zugesagten 500 Euro Schadensersatz für betroffene Fahrgäste noch nicht enthalten.
dpa/rts
Hintergründe zur Nachricht
Panorama
-
Superstar, Legende, Queen of Pop
Keine war wie Whitney Houston
-
We will aways love her
Whitney Houston gestorben
-
We will aways love her
Whitney Houston ist tot
-
Zwei Tote
Flugzeug stürzt ab
-
Falsche Tochter schöpft Verdacht
Entführung fliegt nach 23 Jahren auf
-
Messie-Wohnung in Berlin-Neukölln
Entrümpler finden Gebeine
-
Havarie der "Costa Concordia"
Ermittler untersuchen Video
-
Von eisig und trocken zu kalt und nass
Auf Eiseskälte folgt gefährliche Glätte
-
Angeschossene Kongressabgeordnete
Kriegsschiff nach Giffords benannt
-
"Das hier ist meine Kaliber .45"
Mann "erschießt" Computer
-
Sorge um japanischen Kaiser
Akihito muss ins Krankenhaus
-
Serbien spart Strom
Behörden machen dicht


