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Bluttat im Norden der USA: Schütze feuert auf Passanten

Im US-Bundesstaat Michigan schießt ein bewaffneter Mann wahllos um sich. Mehrere Menschen verlieren ihr Leben. Der Täter fährt mit einem Auto durch die Gegend, heißt es, und hält nach Passanten Ausschau. Erst nach Stunden gelingt die Festnahme.

Die Zahl der Toten nach der Schießerei im US-Bundesstaat Michigan ist Medienberichten zufolge auf sieben gestiegen. Ein 45-Jähriger Tatverdächtiger aus dem Bezirk Kalamazoo wurde gefasst, wie örtliche Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten.

Bluttat im Norden der USA: Der Bezirk Kalamazoo liegt im Bundesstaat Michigan zwischen den Großen Seen.
Bluttat im Norden der USA: Der Bezirk Kalamazoo liegt im Bundesstaat Michigan zwischen den Großen Seen.(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Der Schütze war demnach in der Region östlich von Chicago mit seinem Auto durch die Kleinstadt gefahren und hatte offenbar wahllos auf Menschen geschossen. Die Angaben zur Zahl der Todesopfer gingen anfangs auseinander. Einzelne Berichte sprachen von sechs, andere von fünf Toten. Auch zum Alter des dringend tatverdächtigen Mannes kursierten unterschiedlichen Angaben.

Die ersten Berichte aus Kalamazoo ließen das Schlimmste befürchten: Ein bewaffneter Mann hatte am späten Abend (Ortszeit) an verschiedenen Stellen der Kleinstadt das Feuer auf Passanten eröffnet und war anschließend mit seinem Auto geflüchtet.

Kind unter den Toten

Amokfahrt durch Kalamazoo, Michigan: Der mutmaßliche Täter ist gefasst.
Amokfahrt durch Kalamazoo, Michigan: Der mutmaßliche Täter ist gefasst.(Foto: AP)

Der Mann sei festgenommen worden, sein Motiv sei noch unklar, teilte Polizeisprecher Dave Hines schließlich mit. Unter den Toten waren demnach ein Mann mit seinem Sohn und ein acht Jahre altes Kind. Es gab drei Verletzte. Die einzelnen Tatorte verteilen sich quer durch die Kleinstadt Kalamazoo: Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge gab der Täter bei mindestens drei Gelegenheiten Schüsse ab - vor einem Restaurant, bei einem Wagenhändler und in einem Wohnkomplex.

Den Angaben zufolge starben vier der Opfer im oder bei dem Restaurant. Zwei weitere Menschen kamen auf dem Gelände eines Autohändlers ums Leben. Eine Frau sei auf dem Parkplatz eines Wohnkomplexes von mindestens drei Schüssen getroffen worden, hieß es. Ihr Zustand ist ernst. Die Hintergründe der Tat sind noch vollkommen unklar. Der Bezirk Kalamazoo liegt östlich von Chicago etwa auf halber Strecke Richtung Detroit.

30.000 Tote pro Jahr

An der Fahndung nach dem Schützen hatten sich Sicherheitskräfte mit einem Großaufgebot beteiligt. "Offenbar haben wir es mit jemandem zu tun, der einfach herumfährt, nach Menschen Ausschau hält und sie erschießt", zitierte CNN den örtlichen Polizeichef Paul Matyas kurz vor der Festnahme. Unklar war zunächst, ob nicht vielleicht doch noch weitere Opfer zu beklagen sind.

Gewaltausbrüche mit Schusswaffen kommen in den USA zum Leidwesen vieler Bürger vergleichsweise häufig vor. Kritiker machen dafür unter anderem das laxe Waffenrecht verantwortlich. Schusswaffen aller Kaliber sind in vielen Bundesstaaten nahezu frei erhältlich. US-Präsident Barack Obama scheiterte bislang mit allen Versuchen, sich mit seiner Forderung nach einer strikteren Begrenzung des Zugangs zu Waffen gegen die republikanische Mehrheit im Kongress durchzusetzen. Insgesamt fallen in den USA pro Jahr im Durchschnitt etwa 30.000 Menschen Gewalttaten mit Schusswaffen zum Opfer.

Quelle: n-tv.de

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