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Formel-1-Star noch im Koma: Schumacher kollabierte im Hubschrauber

Während die Ärzte weiter um das Leben von Michael Schumacher kämpfen, bemüht sich die Polizei, offene Fragen zum Unfallhergang zu klären. Unklar ist etwa, ob der Ex-Rennfahrer die Unglücks-Felsen überhaupt hätte sehen können.

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Einen Tag vor seinem 45. Geburtstag schwebt Michael Schumacher weiter zwischen Leben und Tod. Nach den jüngsten Informationen war der Zustand des Ex-Formel-1-Weltmeister stabil. Während die Ärzte dort um den ehemaligen Spitzensportler kämpfen, versucht die Polizei herauszufinden, wie genau und unter welchen Umständen sich der schwere Unfall abspielte. Die Polizeibehörden vor Ort setzten eine Untersuchungskommission ein, um die genaue Unfallursache und den Unglückshergang zu klären.

Laut "Bild"-Zeitung erlitt der Rennfahrer einen Kollaps, als er mit dem Hubschrauber ausgeflogen wurde. Der habe zwischenlanden müssen, um den 44-Jährigen zu reanimieren. Die Zeitung will zudem herausgefunden haben, dass sich das Unglück früher ereignete als bislang gedacht. So soll Schumacher bereits zwischen 10.50 Uhr und 11 Uhr gestürzt sein, also etwa eine Viertelstunde früher als zunächst angenommen. Schumacher sei auf Leih-Skiern unterwegs gewesen und habe zuvor auf Kinder aufgepasst, die auf der markierten Piste in einer Gruppe den Hang hinunterfuhren.

Keine neuen Informationen zu erwarten

Darüber hinaus sind keine neuen Informationen zum Zustand von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher zu erwarten. Die Universitätsklinik in Grenoble und Managerin Sabine Kehm erklärten, dass zunächst keine Mitteilungen geplant sind. Das würde bedeuten, dass Schumacher sich weiterhin in einem stabilen, aber kritischen Zustand befindet. Am Mittwoch hatte Kehm betont, es werde nur neue Informationen geben, wenn sich die Lage verändert.

Ein Rettungshubschrauber kommt an der Uniklinik Grenoble an - Michael Schumacher soll laut "Bild"-Zeitung während seines Fluges von der Unglücksstelle kollabiert sein.
Ein Rettungshubschrauber kommt an der Uniklinik Grenoble an - Michael Schumacher soll laut "Bild"-Zeitung während seines Fluges von der Unglücksstelle kollabiert sein.(Foto: dpa)

Viele Fragen sind bislang noch offen. Es ist zum Beispiel unklar, ob Schumacher die Felsen am Unglücks-Hang überhaupt hat erkennen können. "Die Felsen waren an dem Unglückstag von Schnee bedeckt", zitiert die "Bild"-Zeitung einen ermittelnden Beamten. Am Tag des Unfalls sei in dem Skigebiet 20 Zentimeter Neuschnee gefallen. Vielleicht sei es Schumacher gar nicht möglich gewesen, rechtzeitig auszuweichen.

Schumachers Managerin versicherte bereits zuvor, dass sich der Unfall nicht wegen zu schnellen Fahrens ereignet habe. Das Unglück hätte sich ihren Angaben zufolge auch bei einer Geschwindigkeit von zehn Stundenkilometern ereignen können.

Lauda hofft auf göttliche Unterstützung

Schumacher befindet sich unverändert in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Dies bestätigte seine Managerin Sabine Kehm vor dem Krankenhaus in Grenoble. Dies sei "eine gute Nachricht", sagte sie. Die Mediziner gaben bislang keine Prognose zu den Genesungschancen Schumachers ab.

Wegen der unveränderten Situation wollen sich die behandelnden Ärzte zunächst nicht mehr äußern. Erst wenn sich "etwas Entscheidendes" ändere, sei mit einer Stellungnahme zu rechnen, sagte Kehm. Wir müssen von Tag zu Tag denken", sagt sie. Die Familie befinde sich weiterhin vor Ort.

Der frühere Formel-1-Pilot Niki Lauda sagte der "Zeit", allein "der liebe Gott" könne Schumacher jetzt helfen. Er glaube daran, "dass da oben jemand ist, der versucht, ihm in dieser Situation zu helfen."

Falscher Priester versucht sich einzuschleichen

Die Klinikleitung erwägt derweil, gegen Journalisten vor Ort vorzugehen. Laut Kehm sollen die Berichterstatter möglicherweise vom Krankenhaus-Areal verbannt werden, weil wichtige Arbeitsabläufe behindert worden seien.

Ein als Priester verkleideter Journalist soll versucht haben, sich Zugang zu Schumacher zu verschaffen. Sicherheitskräfte hätten den Mann aber rechtzeitig daran gehindert. Journalisten sollen bereits mehrfach die Einfahrt zur Notaufnahme des Universitätskrankenhauses blockiert haben. Mehr als 100 Berichterstatter sind derzeit in Grenoble vor Ort.

Schumacher liegt seit seinem schweren Skiunfall am vergangenen Sonntag mit einem Schädel-Hirn-Trauma im künstlichen Koma. Am Montagabend war Schumacher ein zweites Mal operiert worden, dabei entfernten die Ärzte eines von zahlreichen Hämatomen aus seinem Kopf.

In einer Pressekonferenz am Dienstag bezeichneten die Mediziner den Zustand des ehemaligen Rennfahrers als leicht verbessert. Schumacher befände sich aber weiter in Lebensgefahr.

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Quelle: n-tv.de

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