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Ist Wolfgang Thierse noch sicher in seinem Viertel?
Ist Wolfgang Thierse noch sicher in seinem Viertel?(Foto: picture alliance / dpa)

Spätzle-Anschlag im Kiez: Schwaben rächen sich an Thierse

Erst beschwert sich Wolfgang Thierse über die Schwaben in Berlin. Daraufhin erhält der Politiker 3000 Hass-Mails. Jetzt spitzt sich der Streit zu. In der Nähe von Thierses Haustür reagieren Unbekannte mit einer ungewöhnlichen Aktion auf seine Schwaben-Schelte.

Die Skulptur der Künstlerin Käthe Kollwitz steht in Berlin am gleichnamigen Kollwitzplatz.
Die Skulptur der Künstlerin Käthe Kollwitz steht in Berlin am gleichnamigen Kollwitzplatz.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Schwaben in Berlin mucken auf. Nach abfälligen Bemerkungen von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse über zugezogene Hauptstädter suchen einige von ihnen weiter Streit. Am Kollwitzplatz im Stadtteil Prenzlauer Berg - dort wohnt Thierse - flogen Spätzle, ein Lieblingsessen in Baden-Württemberg. Unbekannte attackierten mit den Nudeln die Skulptur der Künstlerin Käthe Kollwitz, die 1867 in Königsberg in Preußen geboren wurde.

Die Polizei gehe allerdings nicht von Sachbeschädigung aus, denn die Teigwaren würden sich sicher restlos entfernen lassen, sagte ein Sprecher. Und was sollte die ganze Aktion? Die Spätzle-Werfer fordern in Berlin einen autonomen schwäbischen Bezirk namens "Schwabylon", wie sie im Internet verkündeten.

Thierse hatte sich in einem Interview über Schwaben in der Hauptstadt geäußert. "In Berlin sagt man Schrippen - daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen", hatte der SPD-Politiker gelästert - und damit eine hitzige Debatte losgetreten. Mehr als 3000 E-Mails zu dem Thema habe er erhalten, sagte Thierse später - oft mit Beschimpfungen. "Spießer, Rassist, Nazi, Arschloch werde ich genannt."

Der 69-Jährige beklagte sich daraufhin auch über die Empörung der Gescholtenen. "So viel Humorlosigkeit, so viel geradezu preußische Schärfe - das hätte ich nicht erwartet", notierte Thierse in einem Gastbeitrag für die "Berliner Morgenpost." Er betonte, seine Aussagen seien ironisch gewesen. "Ich habe bei den Antworten gelacht", schrieb er. "Nicht ahnend, dass diese läppisch-unernsten Bemerkungen zu einem solchen (schwäbischen) Aufruhr führen würden, führen könnten."

Quelle: n-tv.de

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