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Tödliche Attacke auf dem Alexanderplatz: Schwester fordert Gewaltverzicht

Der Fall sorgt bundesweit für Entsetzen. In Berlins Mitte verprügeln mehrere Männer einen 20-Jährigen derart brutal, dass dieser einen Tag später stirbt. Bei einer Gedenkfeier rufen die Angehörigen zum Gewaltverzicht auf. Ein ins Ausland geflüchteter Schläger will sich unterdessen auch ergeben.

"Es ist nicht cool, gewalttätig zu sein und Waffen zu tragen", sagte Tina K.
"Es ist nicht cool, gewalttätig zu sein und Waffen zu tragen", sagte Tina K.(Foto: dapd)

Bei einem Gedenkgottesdienst für ihren am Berliner Alexanderplatz zu Tode geprügelten Bruder Jonny K. hat dessen Schwester zum Gewaltverzicht aufgerufen. "Es ist nicht cool, gewalttätig zu sein und Waffen zu tragen", sagte Tina K. Vor einem Lokal an dem Platz sollen Mitte Oktober sechs junge Männer ihren 20-jährigen Bruder ohne erkennbaren Grund totgeschlagen haben. Eine solche Gewalttat solle sich nie wiederholen, sagte Tina K. unter Tränen.

Pfarrer Hartmut Klöß - Seelsorger in der Jugendhaftanstalt Plötzensee, wo einer der Tatverdächtigen einsitzt - sagte, der Verdächtige habe ihm die Tat bereits aus seiner Sicht erzählt. Auf die Schilderung ging er nicht näher ein. "Jeder muss eine Chance haben, sein Leben von Grund auf zu ändern", appellierte der Pfarrer. Der neue Berliner Opferbeauftragte Roland Weber rief zum Gewaltverzicht auf. "Wir alle können durch unser Handeln der Gewalt und deren Folgen etwas entgegensetzen."

Bereits Ende der vergangenen Woche hatte Tina K. mitgeteilt, eine Stiftung namens "I am Jonny" gründen zu wollen. Dem Sender Radio Berlin 88,8 sagte sie, die Stiftung solle ihrem Bruder ein Gesicht verleihen und ihn unsterblich machen.

Einer der Schläger ließ unterdessen laut dem Sender RBB über seinen Anwalt mitteilen, dass er sich stellen wolle. Der mutmaßliche 19-jährige Hauptverdächtige hat sich in die Türkei abgesetzt. Ob und wann er ausgeliefert wird, ist unklar. Zwei 19 und 21 Jahre alte Verdächtige sitzen in U-Haft. Ihnen wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Ein Dritter, der sich in Berlin gestellt hatte, ist auf freiem Fuß. Zwei weitere Täter sind vermutlich ins Ausland geflüchtet. Einer von ihnen will sich nun stellen.

Quelle: n-tv.de

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