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Gordon Lake (l.) und Manuel Santos mit Baby Carmen bei der Ankunft vor Gericht in Bangkok.
Gordon Lake (l.) und Manuel Santos mit Baby Carmen bei der Ankunft vor Gericht in Bangkok.(Foto: dpa)

Wem gehört Baby Carmen?: Schwule Eltern streiten mit Leihmutter

Seit Monaten kämpft ein schwules Paar mit einer Leihmutter in Thailand um Baby Carmen. Doch die Chancen der beiden stehen schlecht. Das Land hat inzwischen die Gesetze verschärft.

Der Sorgerechtsstreit zwischen einem schwulen spanisch-amerikanischen Paar und einer Leihmutter in Thailand ist vor Gericht gelandet. Die beiden Männer, Gordon Lake und Manuel Santos, brachten das Baby namens Carmen am heutigen Mittwoch zur Anhörung in Bangkok mit. Sie haben beantragt, als legale Eltern des Babys anerkannt zu werden.

Die Leihmutter weigert sich, das Kind aufzugeben. "Sie ist unsere Tochter, wir werden hier bleiben, solange es nötig ist", sagte US-Bürger Lake, der mit seinem spanischen Ehemann in Valencia lebt. In Thailand suchte sich das Paar eine Leihmutter. Mit den Tränen kämpfend beteuerte Lake, dass sie die Angelegenheit "friedlich" lösen wollten. Die nur unter ihrem Familienspitznamen Oy bekannte Leihmutter solle weiter am Leben der kleinen Carmen beteiligt werden. "Wir wollen uns zusammensetzen und herausfinden, wie wir die Sache lösen", sagte Lake.

Doch bislang blieb Oy bei ihrer Weigerung. Mit der Homosexualität der beiden Kunden habe das alles nichts zu tun, sagte die Frau dem Sender Channel 3. Sie habe aber Angst um die "Zukunft" des Kindes und, dass es "Menschenhändlern in die Hände fallen könnte". Allerdings führte sie ihre Bedenken nicht näher aus.

Leihmutter sagte alle Treffen ab

Dreimal hätten sie ein Treffen vereinbart, dreimal habe Oy in letzter Minute abgesagt, beklagte sich Lake. "Wir wollen nur mit ihr reden." Die Leihmutter solle wissen, dass das Baby in guten Händen sei und "in einer guten Familie" leben werde.

Leihmutterschaft war bislang in Thailand ein florierendes Geschäft. Zuletzt hatten allerdings mehrere Skandale dafür gesorgt, dass im Februar die Gesetze verschärft wurden. Ausländern ist es künftig verwehrt, thailändische Leihmütter in Anspruch zu nehmen. Zu dem Zeitpunkt war Oy jedoch bereits schwanger.

Der Fall machte in Thailand nach dem Fall des Leihmutterbabys "Gammy" Schlagzeilen. Die australischen Eltern hatten Gammy, der das Downsyndrom hat, bei der Leihmutter zurückgelassen und nur seinen gesunden Zwilling mitgenommen. Das löste weltweit Empörung aus. Die Regierung verschärfte daraufhin die bis dahin unklare Gesetzeslage.

Leihmutterschwangerschaften gegen Bezahlung sind seitdem in Thailand verboten. Baby Carmen (heute 14 Monate) wurde vor der Verschärfung der Gesetze geboren. Lantos und Lake hatten die Leihmutter für ihre Dienste bezahlt, sie änderte ihre Meinung aber nach der Geburt. Sie argwöhnen, dass es daran liegen könnte, dass das Kind nun schwule Eltern haben soll. Lantos und Lake haben bereits einen Sohn.

Quelle: n-tv.de

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