Panorama
Um seine Organisation zu schützen gibt Paul Watson das Ruder ab. (Archivbild)
Um seine Organisation zu schützen gibt Paul Watson das Ruder ab. (Archivbild)(Foto: picture alliance / dpa)

Paul Watson nicht mehr Kapitän: "Sea Shepherd" tritt zurück

Er ist der personifizierte "Sea Shepherd", der Meereshirte und berüchtigste Umweltschützer überhaupt. Nun legt Paul Watson mehrere Ämter bei seiner Organisation Sea Shepherd nieder, um sie zu schützen. Denn der 62-Jährige ist auf der Flucht vor Interpol.

Der von Interpol zur Fahndung ausgeschriebene Tierschützer Paul Watson hat mehrere wichtige Ämter bei der von ihm gegründeten Organisation Sea Shepherd niedergelegt. Der Kanadier sei als Präsident der Teilorganisationen in Australien und den USA zurückgetreten und sei auch nicht länger Kapitän des Schiffes "Steve Irwin", teilte Sea Shepherd mit. Watson werde aber an Bord der "Steve Irwin" an der diesjährigen Anti-Walfang-Kampagne teilnehmen.

Watson wird seit August auf Antrag Costa Ricas mit internationalem Haftbefehl gesucht. Der 62-Jährige wurde im Mai 2012 bei der Einreise am Frankfurter Flughafen festgenommen, später aber auf Kaution freigelassen. Ende Juli wurde bekannt, dass er aus Deutschland geflüchtet war. Er selbst erklärte, er habe auf der Flucht unter anderem "zwei Ozeane, unzählige Flüsse, drei Bergketten und eine Wüste" hinter sich gelassen.

Costa Rica wirft Watson wegen einer Aktion gegen Haifisch-Jäger im Jahr 2002 Behinderung der Schifffahrt vor. In einer Erklärung Watsons auf der Webseite von Sea Shepherd heißt es, in den 35 Jahren seit der Gründung der Organisation sei "niemals jemand verletzt" worden.

Die Leitung des Einsatzes gegen japanische Walfänger übernimmt den Angaben zufolge der Australier Bob Brown, einer der Gründer der dortigen Grünen. "Ich fühle mich geehrt, die Wale des Südpolarmeers und Sea Shepherd auf diese Weise zu unterstützen", sagte Brown. Der Direktor von Sea Shepherd Australien, Jeff Hansen, sagte, Watsons Rückzug sei nötig geworden, um die weiteren Operationen der Organisation rechtlich abzusichern.

Sea Shepherd will in diesem Jahr zum neunten Mal gegen japanische Walfänger vorgehen. Vier Schiffe, ein Helikopter, drei Drohnen und mehr als einhundert Besatzungsmitglieder sollen zum Einsatz kommen. Ein US-Berufungsgericht hatte die Organisation im Dezember unter anderem dazu verpflichtet, mindestens 500 Yard (457 Meter) Abstand zu den japanischen Schiffen zu halten. Zudem untersagte das Gericht Sea Shepherd, die Boote anzugreifen und deren Sicherheit auf offener See zu gefährden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen