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Die explosive Seemine treibt in der Nordsee. Später wurde sie auf einer Sandbank gesprengt.
Die explosive Seemine treibt in der Nordsee. Später wurde sie auf einer Sandbank gesprengt.(Foto: dpa)

Sprengkörper in Nordsee entdeckt: Seemine wird auf Sandbank gesprengt

Ankertauminen sind brandgefährlich und können ganze Schiffe versenken. Als in der Nähe eines Windparks mitten in der Nordsee eine solche Mine entdeckt wird, ist schnelles Handeln gefragt. Doch das Wetter spielt zunächst nicht mit.

Eine in der Nordsee treibende Seemine hat die Sicherheitsbehörden zwei Tage lang auf Trab gehalten. Der aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Sprengkörper war am Dienstag an einem Offshore-Windpark gesichtet worden. Nun wurde er von einem Spezialschiff ins Wattenmeer geschleppt und auf einer Sandbank gesprengt.

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"Nach bisherigen Erkenntnissen verlief die Sprengung ohne Zwischenfälle", erklärte das Havariekommando in Cuxhaven nach Abschluss der nicht alltäglichen Aktion vor der Gemeinde Horumersiel am Jadebusen. Zwei Mitglieder des Kampfmittelräumdienstes hätten eine Sprengladung an der Mine angebracht und sie beseitigt. Derzeit suchten die Einsatzkräfte noch die Umgebung nach Überresten ab.

Ein Schiff hatte die mit schätzungsweise 150 bis 250 Kilogramm Sprengstoff bestückte deutsche Ankertaumine am Dienstag am Rand des Windparks Godewind 2 rund 45 Kilometer vor der niedersächsischen Nordseeküste entdeckt.

Die Behörden entsandten ihr Spezialschiff "Mellum" sowie ein Schiff der Bundespolizei. Zudem flogen sie Experten des Kampfmittelräumdienstes per Hubschrauber ein. Aufgrund der Wetterlage entschieden diese gegen eine Sprengung auf See. Die "Mellum" zog die Mine daher an einem 150 Meter langen Schleppdraht bis Mittwoch in flacheres Wasser in Küstennähe.

Tiere vor Sprengung mit Signal verscheucht

Nachdem der Bereich vor Horumersiel in enger Absprache mit der Verwaltung des Nationalparks Wattenmeer als geeigneter Sprengplatz festgelegt worden war, zog ein kleineres Arbeitsschiff sie dort auf eine Sandbank. Anschließend ließen die Einsatzkräfte sie bei Ebbe trockenfallen und sprengten sie dann außerhalb des Wassers. Tiere wurden vorher durch akustische Signale verscheucht. Der Schiffsverkehr wurde nicht behindert.

Sogenannte Ankertauminen werden am Meeresboden verankert und treiben unterhalb der Wasseroberfläche, ihre Sprengkraft kann ganze Schiffe versenken. In den Weltkriegen wurden in der Nordsee gigantische Minensperren ausgelegt. Alte Munition ist in Nord- und Ostsee ein Problem. Dort wurden nach Kriegsende auch massenhaft unbenutzte Bomben und Granaten versenkt. Experten schätzen, dass dort mindestens 1,6 Millionen Tonnen liegen.

Das Havariekommando ist die von Bund und Ländern gemeinsam betriebene Einsatzzentrale für Notfälle auf See. Die in Cuxhaven angesiedelte Behörde übernimmt bei größeren und technisch schwierigeren Einsätzen die Koordination aller beteiligten Einsatzkräfte.

Quelle: n-tv.de

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