Professionelle Schmuggel-AnlageSlowaken finden Tunnel in die EU

Polizisten entdecken einen Tunnel unter der EU-Außengrenze zwischen der Ukraine und der Slowakei. Die Anlage ist hoch professionell augestattet: Die Eingänge befinden sich auf umzäunten Firmengeländen, im Tunnel ist eine Transportschiene verlegt. Der Finanzminister beschreibt die Szene als "wie aus einem Film".
Die slowakische Polizei hat einen 700 Meter langen Tunnel entdeckt, durch den Schmuggelware und womöglich auch illegale Immigranten aus der Ukraine in die EU geschleust wurden.
Am slowakischen Tunnelzugang zwischen den Ortschaften Nizne Nemecke und Vysne Nemecke seien 13.100 Kartons geschmuggelter Zigaretten beschlagnahmt und zwei Personen verhaftet worden. Weitere Verhaftungen seien zu erwarten, erklärte Innenminister Robert Kalinak. Deshalb wolle die Polizei vorerst keine Details über die mutmaßlichen Täter veröffentlichen.
"Das ist wie aus einem Film über die amerikanisch-mexikanische Grenze und für die Slowakei bisher vollkommen einzigartig", sagte Finanzminister Peter Kazimir. Dem slowakischen Fiskus seien aufgrund des "seit mindestens einem Jahr" durch den Tunnel organisierten Schmuggels bis zu 50 Millionen Euro an Tabaksteuer entgangen.
Innenminister Kalinak ergänzte: "Dass wir diesen Fall aufgedeckt haben, ist für uns nicht nur wegen der entgangenen Steuereinnahmen von Bedeutung, sondern auch weil im kommenden Jahr wieder ein Bericht darüber zu erwarten ist, wie wir die Schengen-Außengrenze sichern. Es ist für uns außerordentlich wichtig zu zeigen, dass wir die EU-Außengrenze ordentlich schützen können."
Die Polizei hob die "außergewöhnliche Professionalität" der Täter hervor. So habe der Tunnel alle Kriterien guter Bergwerkstechnik erfüllt und sei zum Beispiel auch mit einem kleinen Transportzug auf Schienen ausgestattet gewesen. Die Umgebung der Tunnelzugänge sei auf beiden Seiten der Grenze als Firmengelände eingezäunt gewesen.