Putin stieg in den Ring - und kassierte Buhrufe und Pfiffe.
Montag, 21. November 2011
Blamage im Wahlkampf: Sportfans pfeifen Putin aus
Wahlkämpfer Wladimir Putin begibt sich in Moskau in den Ring - und kassiert mächtig Prügel. Nicht vom massigen Free Fighter Fjodor Jemeljanenko, dem der russische Ministerpräsident zum Sieg gratulieren will. Aber vom Publikum, das ein gellendes Pfeifkonzert ertönen lässt. Das Video des peinlichen Auftritts ist nun ein Renner im Internet.Russlands Regierungschef Wladimir Putin ist bei einer Rede nach einer Kampfsportveranstaltung in Moskau von den 22.000 Besuchern ausgebuht worden. Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Russland war Putin in den Ring gestiegen, um dem Sieger Fjodor Jemeljanenko zu gratulieren.
Das Staatsfernsehen habe seine Mikrofone vor der Haupttribüne nahezu abgeschaltet, als von dort Protest zu hören war, berichteten Medien in Moskau. Der 59-Jährige sei "erstmals in seiner gesamten politischen Karriere ausgepfiffen" worden, meinte der Radiosender "Echo Moskwy". Erst als Putin Jemeljanenko nach dessen Sieg über US-Kämpfer Jeff Monson als "echten russischen Recken" bezeichnete, gab es auch Beifall.
Eine Sprecherin der Putin-treuen Jugendorganisation "Nashi" hatte eine ganz eigene Interpretation der Reaktion zu bieten: Das Zuschauer hätten nicht gebuht, sondern nur angezeigt, dass sie dringend auf Toilette mussten.
Peinlicher Auftritt des "starken Mannes"
Putin, der es im Judo bis zum schwarzen Gürtel brachte, pflegt durch den Besuch von Kampfsportveranstaltungen sein Image als "starker Mann". Der Kampf wurde in der Sportart "Mixed Martial Arts" (MMA) ausgetragen - auch bekannt als Free Fight oder Vale Tudo (Alles geht). Sie vereint Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten und lässt unter anderem auch Tritte zu.
Wie ein starker Mann sah Putin bei seinem Auftritt nicht aus. Pfiffe ist der ehemalige und wohl auch künftige Herr über den Kreml allerdings auch nicht gewohnt. Öffentliche Anfeindungen gegen Putin sind extrem selten. Umfragen bescheinigen dem Regierungschef immer noch große Popularität in der Bevölkerung. Putin will nach der Präsidentenwahl im März 2012 in den Kreml zurückkehren. Die von ihm geführte Partei Geeintes Russland ist aber zunehmend unbeliebt. Am 4. Dezember wird in Russland ein neues Parlament gewählt.
dpa/AFP
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