Panorama
Aufklärung und Hilfsmaterialien erhält man in Monrovia (Liberia) auch an eigens dafür errichtete Kioske.
Aufklärung und Hilfsmaterialien erhält man in Monrovia (Liberia) auch an eigens dafür errichtete Kioske.(Foto: REUTERS)

Franzosen und Briten gefährdet: Studie: Ebola wird wohl Europa erreichen

Vor allem Frankreich und Großbritannien müssen damit rechnen, dass sie die Ebola-Seuche erreicht. Grund dafür sind die zahlreichen Reisebindungen der beiden Länder in die von Ebola betroffenen Regionen Westafrikas. Dort sind viele tausend Menschen infiziert.

Spendenaktion

"RTL - Wir helfen Kindern" will mit action medeor zwei Isolierstationen in Monrovia/Liberia einrichten. Dafür sind dringend Spenden nötig. Helfen Sie mit!

Online unter www.rtlwirhelfenkindern.de

Oder per Überweisung:
Stiftung RTL
Stichwort: Ebola
Sparkasse Köln/Bonn
BLZ 370 501 98
Konto: 15 12 15 1
IBAN: DE49370501980001512151
Swift/BIC: COLSDE33

Die Ebola-Seuche dürfte sich wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge voraussichtlich auch nach Frankreich und Großbritannien ausbreiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Frankreich in den nächsten drei Wochen einen Fall gebe, liege bei 75 Prozent, teilte die britische Lancaster Universität mit. Für Großbritannien bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent.

Die Daten beruhen auf Mustern, wie sich die Krankheit bislang ausgebreitet hat und wie der Flugverkehr organisiert ist. In den von Ebola am stärksten getroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia werde viel französisch gesprochen und es gebe zahlreiche Reiseverbindungen nach Paris, hieß es in der Studie. Großbritannien sei gefährdet, weil London-Heathrow zu den weltgrößten Flughäfen zähle. Beide Länder haben jeweils einen erkrankten Bürger aus den Krisengebieten heimgeflogen und erfolgreich behandelt.

Video

Bei dem schwersten Ebola-Ausbruch in der Geschichte sind in Westafrika dieses Jahr bereits mehr als 3400 Menschen gestorben. Auch in Nigeria, Senegal und zuletzt den USA hat es Fälle gegeben. Im texanischen Dallas bezeichnete das Krankenhaus den Zustand des dortigen Ebola-Patienten inzwischen als kritisch, der Mann kämpfe um sein Leben. Der Infizierte hatte den Virus aus Liberia in die USA eingeschleppt. Im Bundesstaat Nebraska soll zudem ab Montag ein mit Ebola infizierter US-Bürger im Krankenhaus behandelt werden, der sich ebenfalls in Liberia angesteckt hat.

Die US-Regierung versuchte, die Bevölkerung zu beruhigen. "Wir sind sicher, dass die Epidemie gestoppt wird", sagte Sicherheitsberaterin Lisa Monaco. Es handele sich zwar um ein Problem von "nationaler Priorität", die USA seien aber bestens gewappnet, um die Epidemie aufzuhalten.

Fast 7500 Verdachtsfälle

In Westafrika breitet sich das Virus derweil weiter aus, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Bis zum 1. Oktober wurden demnach in den hauptsächlich betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone 3431 Ebola-Tote registriert, davon 2069 in Liberia. Die Zahl der bestätigten und Verdachtsfälle in den drei Ländern stieg auf 7470. Um die Epidemie wirkungsvoll bekämpfen zu können, veranschlagen die Vereinten Nationen 988 Millionen Dollar. Wie die UN-Nothilfekoordination mitteilte, gingen davon erst 256 Millionen Dollar (etwa 200 Millionen Euro) ein.

Die Bundeswehr brachte erste Hilfsgüter nach Westafrika. Eine Transall-Transportmaschine flog nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Freitag fünf Tonnen Waren, darunter medizinisches Material wie Schutzanzüge, vom senegalesischen Dakar in die liberianische Hauptstadt Monrovia. Zwei Transall-Maschinen sind seit wenigen Tagen in Dakar für die Luftbrücke stationiert, an der auch die USA und Frankreich mitwirken.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen