Zugunglück in SüdtirolSuche nach Verantwortlichen
Eine beschädigte Wasserleitung soll für das Zugunglück in Südtirol verantwortlich sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits, die Schäden sollen bekannt gewesen sein.
Nach dem dramatischen Zugunfall in Südtirol mit neun Toten und 28 Verletzten hat die Suche nach den Verantwortlichen begonnen. Die Bozener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Auslösung eines Erdrutsches und fahrlässiger Tötung. Eine geborstene landwirtschaftliche Bewässerungsleitung könnte die Ursache der Schlammlawine sein, die am Montag einen Pendlerzug traf.
Wie italienische Medien berichteten, sind acht Menschen im Visier der Fahnder - unter ihnen die Eigentümer der Beregnungsanlage und des Grundstücks, auf dem das Unglück geschah.
Schaden war bekannt
Experten sollen geologische und hydrologische Gutachten zum Geschehen liefern. Es habe einen Schaden an einer Bewässerungsanlage oberhalb der Unglücksstelle gegeben, gab der Vorsitzende des Eigentümerkonsortiums der Anlage, Lothar Burger, zu. Es sei bereits geplant, die aus dem Jahr 1973 stammende Anlage zu erneuern. Burger betonte jedoch, das ausgetretene Wasser könne "unmöglich allein verantwortlich sein für den Erdrutsch".
Südtirol trauert unterdessen um die Toten. An den öffentlichen Gebäuden war halbmast geflaggt.
Bei dem schwersten Zugunglück der Geschichte der norditalienischen Region waren am Montagmorgen etwa 400 Kubikmeter Schlamm und Geröll auf einen Regionalzug gestürzt, als dieser die enge Schlucht auf der Strecke von Mals nach Meran passierte. Bäume in Gleisnähe konnten verhindern, dass der Erdrutsch einen der Wagen ins Kiesbett der Etsch reißen konnte. Alle neun Opfer kamen aus der Region.