Panorama

Weitere Runde im Machtkampf: Suhrkamp kommt nicht zur Ruhe

Suhrkamp-Chefin Unseld-Berkéwitz wird einem Gerichtsbeschluss zufolge als Geschäftsführerin des Verlags abberufen. Vorläufig dürfte sich beim Verlag aber nichts ändern. Laut Suhrkamp-Anwalt Raue ist die Entscheidung noch nicht rechtskräftig.

Ulla Unseld-Berkéwitz
Ulla Unseld-Berkéwitz(Foto: picture alliance / dpa)

Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwitz ist einem Gerichtsbeschluss zufolge als Geschäftsführerin des Verlags abberufen worden. Das Landgericht Berlin setzte einen entsprechenden Beschluss der Gesellschafterversammlung vom November 2011 rückwirkend in Kraft. Das Gericht gab damit dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach recht. Barlach, Enkel des Bildhauers Ernst Barlach (1870-1938),  ist zu 39 Prozent am Suhrkamp Verlag beteiligt, Unseld-Berkéwitz hält über eine Familienstiftung die restlichen 61 Prozent.

Suhrkamp-Anwalt Peter Raue sagte, solange die Entscheidung nicht rechtskräftig sei, ändere sich nichts an der derzeitigen Geschäftsführung. Er gehe davon aus, dass die Verlagsspitze gegen die Entscheidung in die Berufung gehen werde. Zunächst wolle man jedoch die Urteilsbegründung abwarten.

Die Entscheidung des Gerichts bezieht sich zunächst auf die Dachgesellschaft des Verlags. Dem Beschluss zufolge sollen aber auch die beiden Mitgeschäftsführer von Unseld-Berkéwitz abberufen werden. Auf Antrag von Barlach verpflichtete das Gericht die drei zudem, rund 282.500 Euro Schadenersatz an den Verlag zu zahlen.

Barlach hatte moniert, die Geschäftsführung habe durch die Anmietung von Event-Räumen im Privathaus von Unseld-Berkéwitz dem Verlag geschadet. Die Begründung für die Entscheidungen lag zunächst nicht vor.

Quelle: n-tv.de

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