Panorama
Der russische Superjet 100 sollte eine echte Konkurrenz auf dem Weltmarkt werden.
Der russische Superjet 100 sollte eine echte Konkurrenz auf dem Weltmarkt werden.(Foto: dpa)

Pilot soll Schuld haben: Superjet-Unfall aufgeklärt

Es sollte eine Demonstration russischer Ingenieurskunst sein: der Flug eines Suchoi Superjet 100, besetzt mit potentiellen Käufern. Doch das Flugzeug zerschellt an einem Berg. Die Untersuchung ergibt nun, dass menschliches Versagen die Ursache ist – der Pilot habe ein Warnsignal ignoriert.

Bilderserie

Sieben Monate nach dem Absturz eines russischen Passagierjets mit 45 Toten in Indonesien macht der amtliche Untersuchungs-Bericht einen Pilotenfehler für das Unglück verantwortlich. Der russische Flugkapitän habe ein Warnsignal im Cockpit ignoriert, heißt es in einem indonesisch-russischen Bericht.

Genau 38 Sekunden bevor die Maschine vom Typ Suchoi Superjet 100 am Vulkan Salak zerschellte, ertönte demnach ein Signal, das vor einer Kollision warnte und zum Aufsteigen aufforderte. Der Pilot habe dieses Signal aber abgeschaltet, weil er es für einen Computerfehler gehalten habe. "Das System hat korrekt funktioniert, und die Kollision hätte nach dem ersten Warnsignal verhindert werden können", sagte Behördenchef Tatang Kurniadi. Der Pilot hatte zuvor trotz der Nähe des rund 2200 Meter hohen Vulkans von den Fluglotsen die Erlaubnis erhalten, die Flughöhe von 3000 auf 1800 Meter zu reduzieren.

Der Tower am Flughafen von Jakarta sei für das Gebiet, in dem das Unglück geschah, nicht mit einem Sicherheitshöhen-Warnsystem ausgestattet, bemängeln die Experten. Der russische Botschafter in Indonesien wertete den Bericht als "objektiv und ausgewogen".

"Aufmerksamkeit war eingeschränkt"

Russlands stellvertretender Industrieminister Juri Sljussar sagte, die Unglücksursache sei eine Verkettung mehrerer Umstände gewesen. So habe die Crew das gebirgige Terrain nicht ausreichend berücksichtigt. Außerdem habe ein Gespräch im Cockpit den Piloten abgelenkt. "Die Aufmerksamkeit des Piloten war wegen einer langen Unterhaltung eingeschränkt, die nicht mit dem Flug in Verbindung stand", ergänzte Sljussar. "Das war der Grund, warum er nicht sofort die Flugrichtung änderte."

Das Flugzeug war am 9. Mai auf einem Demonstrationsflug für potenzielle Käufer verunglückt. Die Mittelstreckenmaschine ist das erste in Russland entwickelte Passagierflugzeug nach dem Zerfall der Sowjetunion und gilt als Prestigeprojekt. Seit dem Absturz hat der Superjet wiederholt für negative Schlagzeilen gesorgt. In Indonesien wurde der zweistrahlige Jet trotz des Unfalls zugelassen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen