Panorama

Polizei: Fall gelöstSylter Feuerteufel gefasst

22.08.2010, 10:23 Uhr

Die ominöse Brandserie auf der Urlaubsinsel Sylt geht mit einer Festnahme zuende. Nach Informationen von n-tv ist die Polizei sicher, dass alle Taten auf das Konto eines 46 Jahre alten Mannes gehen, gegen den nun ein Haftbefehl vorliegt.

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Heruntergerissenes Stroh und eine ausgehängte Tür sind vor dem Haus in Westerland zu sehen, das der Brandstifter anzünden wollte, ... (Foto: dpa)

Die Brandserie auf Sylt ist nach Einschätzung der Polizei aufgeklärt. Der Samstag festgenommene 46-jährige Mann stehe unter dem dringenden Verdacht, für die gesamte Brandserie auf der Nordseeinsel seit dem 11. August verantwortlich zu sein, teilte die Polizei in Husum mit. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung.

Zur Entscheidung des Haftrichters sowie zu Details der Ermittlungsergebnisse wollen Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam am Montag informieren. Medienberichte, nach denen der 46-Jährige ein Geständnis abgelegt habe, bestätigte die Polizeisprecherin nicht. Der 46-Jährige soll seit längerem auf Sylt als Taxifahrer gearbeitet haben.

Junge reagiert schnell

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... doch ein 13-Jähriger bemerkte den Rauch und alamierte seine Eltern, Nachbarn und die anderen Hausbewohner. (Foto: dpa)

In der Nacht zum Samstag hatte es binnen weniger Stunden fünfmal gebrannt. Verletzt wurde bei den Feuern niemand. Zunächst wurde in Westerland ein Buschbrand gemeldet. Das zweite Feuer brach in einer Kneipe aus. Die Flammen wurden gelöscht, bevor ein Schaden an dem Haus entstehen konnte. Kurz vor 2.00 Uhr brannten in der Nähe eines Bistros im Bahnhofsbereich ein Mülleimer und ein Container. Feuer Nummer vier an einem Reetdachhaus in Westerland konnte gelöscht werden, bevor größerer Schaden entstand - dank der Aufmerksamkeit eines 13-Jährigen.

Der Junge aus Alfter bei Bonn, der bei der Jugendfeuerwehr aktiv ist und mit seinen Eltern Urlaub auf Sylt macht, hatte noch vor dem Fernseher gesessen, als er die Gartenpforte klappern hörte und den Rauch roch. Er alarmierte sofort die Bewohner des Hauses.

Dutzende Brände

Die Polizei geht von einem Zusammenhang zu den elf Bränden aus, die seit dem 11. August auf der Nordseeinsel entfacht wurden. Es seien jedoch auch Nachahmungstäter möglich, sagte Manuela Dahmer, Sprecherin des Lagedienstes der Polizei in Kiel. Die Feuerwehren der Insel waren in den vergangenen Tagen unter anderem zu einem Hotel, zur Volkshochschule "Akademie am Meer" sowie mehrfach zu einem Pflegeheim gerufen worden. Sie mussten mehr als 400 Menschen vor Flammen und Rauch in Sicherheit bringen. Bislang wurden sieben Menschen verletzt.

Sylt ist die nördlichste Insel Deutschlands und vor allem wegen seiner prominenten und wohlhabenden Besucher bekannt. Die Bewohner leben hauptsächlich vom Tourismus.

Quelle: dpa