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Der mutmaßliche Täter vom Ernst-Reuter-Platz soll laut russischem Fernsehbeitrag ein "Flüchtling" gewesen sein.
Der mutmaßliche Täter vom Ernst-Reuter-Platz soll laut russischem Fernsehbeitrag ein "Flüchtling" gewesen sein.(Foto: dpa)

Russischer Sender zum Tod an U-Bahn: TV-Beitrag zeigt "Wahrheit" über Attacke

Ein russischer Sender wirft deutschen Behörden vor, Straftaten von Flüchtlingen zu vertuschen. Anlass ist der Tod einer 20-Jährigen an einem Berliner U-Bahnsteig. Die Berichterstattung weist dabei deutliche Parallelen zum Fall einer angeblich vergewaltigten 13-Jährigen auf.

Der Fall der 20-Jährigen, die am Berliner U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz von einem psychisch Kranken vor einen Zug gestoßen wurde und dabei ums Leben kam, erweckt auch das Interesse der russischen Medien. Der Sender "Pyatij Kanal" berichtet über den Fall. In dem Beitrag, über den die "Berliner Morgenpost" berichtet, wird jedoch eine Version präsentiert, die sich in wesentlichen Punkten von den Angaben der deutschen Polizei und Staatsanwaltschaft unterscheidet.

Demzufolge kündigt der russische Moderator den zweiminütigen Bericht mit den Worten "Über einen weiteren Tropfen in die Schale der europäischen Geduld" an. Die Moderatorin der Sendung berichtet, der mutmaßliche Täter sei ein iranischer Flüchtling gewesen, der Mann solle zudem in der Vergangenheit durch diverse kleine Kriminaldelikte aufgefallen sein, dabei aber immer wieder ungestraft davongekommen sein. Von "Pyatij Kanal" heißt es weiter, der 28 Jahre alte "Flüchtling" sei auf der Suche nach einer Unterkunft gewesen – so wie derzeit eben viele Flüchtlinge in Berlin.

Berichterstattung weicht ab

Der Vorfall auf dem U-Bahnsteig wird dann folgendermaßen geschildert: Als die 20-Jährige sich zum ungepflegten Äußeren des Mannes geäußert habe, habe dieser die junge Frau mit Anlauf vor die einfahrende U-Bahn geschubst. Tatsächlich ergaben die Ermittlungen der Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft aber ein anderes Bild: Der psychisch kranke Mann ohne festen Wohnsitz soll vergangene Woche aus Hamburg nach Berlin gekommen sein.

Nachdem er keinen Schlafplatz in einer Obdachlosenunterkunft bekommen hatte, stieß er die ihm unbekannte Frau ohne vorherigen Streit vor einen einfahrenden Zug. Über die Gründe ist bislang nichts bekannt. Der Mann kam nach Angaben der Staatsanwaltschaft in eine psychiatrische Klinik – seine Blutprobe gab keinen Hinweis auf Drogen- oder Alkoholkonsum.

Die Autoren der russischen Nachrichtensendung verschweigen offensichtlich, dass der junge Mann mit iranischem Migrationshintergrund in Hamburg geboren wurde und dort aufgewachsen ist. Stattdessen wird betont, der "Flüchtling" habe in Berlin eine erneute Panikwelle unter den Passagieren der U-Bahn, vor allem weiblichen Fahrgästen, ausgelöst, wie die "Berliner Morgenpost" schreibt.

Demonstration in Berlin

Den deutschen Behörden und Medien unterstelle "Pyatij Kanal" auch in diesem Falle, die Straftat eines Flüchtlings vertuschen zu wollen, so die Zeitung. Sie würden über ähnliche Fälle berichten, die von Deutschen begangen worden waren, um von den gewalttätigen Flüchtlingen abzulenken.

Vor wenigen Wochen sorgte bereits ein Beitrag des größten russischen Staatssenders "Pervij Kanal" über die angebliche Vergewaltigung einer Minderjährigen aus Berlin für Verwirrung. Am Wochenende protestierten 700 Menschen, viele von ihnen Russlanddeutsche, unter dem Motto: "Protest gegen sexuelle Übergriffe von Flüchtlingen gegen Frauen und Kinder" vor dem Bundeskanzleramt.

Quelle: n-tv.de

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