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Der König der Tiere: Vor allem Jäger aus den USA wollen seinen Kopf als Trophäe.
Der König der Tiere: Vor allem Jäger aus den USA wollen seinen Kopf als Trophäe.(Foto: picture alliance / dpa)

Gezüchtet als Trophäe für den Kick: Touristenjagd auf Löwen empört Südafrikaner

Der Tod des Löwen Cecil in Simbabwe geht um die Welt. Doch Südafrika ist das eigentliche Land der Löwenjagd, jedes Jahr werden Millionen damit umgesetzt. Dabei schießen Touristen mittlerweile sogar auf zahme Löwen. Tierschützer laufen Sturm.

Ein Löwe mit imposanter Mähne läuft durch den Busch, dann fällt ein Schuss. Das Tier springt auf und windet sich vor Schmerzen. Es fallen weitere Schüsse, bis der Löwe leblos ins Gras sinkt. Die Szene aus dem neuen südafrikanischen Dokumentarfilm "Blood Lions" ("Blutlöwen") zeigt keine gewöhnliche Jagd. Der Jäger ging nicht auf die Pirsch - vielmehr war der Löwe halb zahm und an Menschen gewöhnt. Er wurde das leichte Opfer eines ausländischen Touristen. Diese Jäger zahlen bis zu umgerechnet 18 .00 Euro, um einen Löwen aus nächster Nähe zu erlegen. 

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Nach der Tötung des Löwen Cecil im Nachbarland Simbabwe im Juli geraten solche Gatterjagden auch in Südafrika zunehmend in die Kritik. Südafrika ist einer der Hauptanbieter von Trophäenjagden auf dem Kontinent. Laut dem südafrikanischen Jagdverband PHASA gaben ausländische Jäger - meist aus den USA - allein im Jahr 2013 mehr als 64 Millionen Euro aus und exportierten mehr als 44.000 Trophäen. Viele Tierarten landen so vor der Flinte, von Antilopen bis zu Nashörnern. Mit Löwen lässt sich oft das meiste Geld machen. 

Jagd wird immer beliebter

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Fast alle der rund 800 Löwen, die 2013 gejagt wurden, waren laut PHASA in Gefangenschaft ge züchtet worden. Aktivisten kritisieren, dass es sich bei der Mehrzahl der Jagden um Gatterjagden auf engstem Raum handle, so dass das Tier nicht entkommen könne. PHASA hingegen sagt, solche Szenarien seien die Ausnahmen. Gatterjagden existieren in einer rechtlichen Grauzone. Südafrikas Gesetze schreiben nur vor, dass die gejagten Tier nicht betäubt werden, und das sie in weitläufigem Gelände gejagt werden müssen.

Der Umweltschützer Ian Michler sagt, die zunehmende Beliebtheit der Jagd hat dazu geführt, das es immer mehr Löwen auf privaten Farmen gibt. Waren es in den späten 90er Jahren noch weniger als 1000 Löwen auf Privatfarmen, so seien es heute zwischen 6000 und 8000. In freier Wildbahn leben in Südafrika nur etwa 3000 Löwen. Im Gegensatz zu anderen Tieren in privaten Wildparks werden Löwen oft von Hand aufgezogen.

Rund 2500 Löwenjunge werden jedes Jahr ihren Müttern weggenommen, sagt Linda Park von der Kampagne gegen Gatterjagden CACH. Die Löwenbabys werden Touristen zum Streicheln gegeben. Auf einigen Ranches begleiten ältere Tiere die Touristen auf sogenannten Löwentouren.

Viele der Löwen in Gefangenschaft werden Aktivisten zufolge entweder mit Gewehr oder mit Pfeil und Bogen gejagt. "Die Löwen werden eine Woche lang nicht gefüttert. Wenn sie das Auto (mit dem Jäger) sehen, denken sie, dass es Futter bringt", sagt Linda Park. Jäger behaupten, dass vor allem ältere Tiere gejagt werden, jedoch meint die Aktivistin Park, dass es um die eindrucksvollsten Trophäen gehe. "Und die kommen nicht von alten Tieren."

"Es geht nur ums Geld"

Auf dem ganzen Kontinent ist die Zahl der Löwen nach Angaben der Tierschutzorganisation Pro Wildlife in den vergangen zwei Jahrzehnten um etwa 40 Prozent auf geschätzte 20.000 bis 36.000 Tiere gesunken. Zu den größten Bedrohungen zählen der schrumpfende Lebensraum und die wachsende Bevölkerung.

Das Argument der Züchter, dass sie die Art erhalten, zählt für Michler nicht. Gezüchtete Löwen könnten in freier Wildbahn nicht überleben sagt er. "Die Löwen werden gezüchtet, um getötet zu werden." Es gehe nur ums Geld.

Der Jagdverband PHASA will die Züchter überzeugen, die Bedingungen für die Tiere zu verbessern, sagt Vorstand Adri Kitshoff. Löwen aus Streichelzoos oder Tiere, die für die Löwentouren eingesetzt werden sollten nicht gejagt werden, betont sie. Auch die Regierung will nun das Los der Löwen verbessern.

Quelle: n-tv.de

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