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Der Schatz des Priamos besteht aus etwa 8800 Einzelteilen - hier sogenannte Tutuli, die an Kleidungsstücken angebracht wurden.
Der Schatz des Priamos besteht aus etwa 8800 Einzelteilen - hier sogenannte Tutuli, die an Kleidungsstücken angebracht wurden.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Schatz des Priamos : Türkei will Troja-Gold zurück

Der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann findet den Schatz von Priamos 1873 in Troja und bringt ihn nach Berlin. Während des Zweiten Weltkriegs holen sowjetische Truppen die aus fast 900 Einzelteilen bestehende Sammlung nach Moskau. Jetzt, fast 140 Jahre nach dem Fund, will die Türkei den historischen Schatz zurück.

Die Beutekunst ist im Moskauer Puschkin-Museum ausgestellt.
Die Beutekunst ist im Moskauer Puschkin-Museum ausgestellt.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die Türkei will sich bei der russischen Regierung um die Rückkehr des sagenumwobenen Schatzes des Priamos nach Troja bemühen. Ankara verfolge dieses Ziel mit Nachdruck, sagte Kulturminister Ertugrul Günay nach Presseberichten.

Günay äußerte sich bei der Präsentation von 24 Goldfunden aus Troja, die nach langen Verhandlungen aus den USA an die Türkei zurückgegeben worden waren. Die Fundstücke sind laut Günay rund 4500 Jahre alt. Die Türkei bemüht sich seit einigen Jahren verstärkt um die Rückgabe antiker Kunstschätze aus dem Ausland.

Beim sogenannten Schatz des Priamos handelt es sich um mehrere tausend Schmuckstücke und andere Gegenstände, die 1873 von dem deutschen Archäologen Heinrich Schliemann in Troja in der heutigen Nordwest-Türkei gefunden wurden.

Plünderung von Kunstschätzen

Schliemann brachte den Schatz nach Berlin, von wo aus er nach dem Zweiten Weltkrieg als sogenannte Beutekunst nach Moskau gebracht wurde. Dorthin hatten die sowjetischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkrieges den antiken Schmuck und die zahlreichen Gefäße aus Gold gebracht. Auch Deutschland verlangt von Russland die Rückgabe. Heute gilt als sicher, dass der Schatz über 1000 Jahre älter als der trojanische Krieg ist.

Minister Günay sagte, auch die jetzt aus den USA in die Türkei heimgekehrten Schmuckstücke seien im 19. Jahrhundert von Schliemann ausgegraben und außer Landes gebracht worden. Damals seien viele Kunstschätze "geplündert" worden.

Im vergangenen Jahr hatte Günay bei der Bundesregierung die Rückgabe einer steinernen Sphinx aus der früheren hethitischen Hauptstadt Hattuscha in Zentralanatolien durchgesetzt. Die 3500 Jahre alte Skulptur war Anfang des 20. Jahrhunderts nach Berlin gebracht worden.

Quelle: n-tv.de

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