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Entworfen von General Dynamics, mittlerweile im Programm bei Lockheed Martin: Fällt bei einer F-16 das Triebwerk aus, bleibt dem Piloten nur der Schleudersitz.
Entworfen von General Dynamics, mittlerweile im Programm bei Lockheed Martin: Fällt bei einer F-16 das Triebwerk aus, bleibt dem Piloten nur der Schleudersitz.(Foto: REUTERS)

Verschollen über dem Mittelmeer: US-Luftwaffe vermisst Kampfjet

Vor der italienischen Adria-Küste suchen Rettungskräfte nach einer längst überfälligen Militärmaschine der US-Luftwaffe. Für den Piloten gibt es kaum noch Hoffnung. Seine Überlebenschancen schwinden von Minute zu Minute.

"Status unkown": Francesco Saverio Ferrara, Admiral der italienischen Seestreitkräfte, deutet auf die Koordinaten, an der die Amerikaner einen ihrer Kampfjets vermuten.
"Status unkown": Francesco Saverio Ferrara, Admiral der italienischen Seestreitkräfte, deutet auf die Koordinaten, an der die Amerikaner einen ihrer Kampfjets vermuten.(Foto: REUTERS)

Ein über der Adria verschwundenes US-Kampfflugzeug vom Typ F-16 "Fighting Falcon" ist aller Wahrscheinlichkeit nach abgestürzt und im Meer versunken. Darauf deuteten Treibstoffspuren hin, die vor der Küste von Ravenna gesichtet worden sind.

Der Militärjet war am Vorabend vom US-Stützpunkt Aviano in Italien mit anderen Maschinen zu einem Übungsflug gestartet. Kurz darauf brach der Kontakt zu dem einsitzigen Düsenjäger ab.

Die Aussichten auf einen glücklichen Ausgang des mysteriösen Vorfalls sind verschwindend gering: Eine etwaige Notlandung an Land wäre bei der US-Luftwaffe keinesfalls unbemerkt geblieben. Und die Maschine kann sich unmöglich noch in der Luft befinden. Der Treibstoffvorrat wäre längst aufgebraucht.

Selbst im Fall einer geglückten Notwasserung wäre der Pilot mittlerweile bereits seit mehr als zwölf Stunden im Wasser. Als einstrahliger Jet ist das Mehrzweckkampfflugzeug auf die Zuverlässigkeit ihres einzigen Triebwerks angewiesen. Mit ihren knapp geschnittenen Tragflächen entwickelt der schnell fliegende Kampfjet deutlich weniger Auftrieb als langsamer reisende Propellermaschinen oder deutlich größere Passagierjets.

Kein Notruf, keine Trümmer

Die Segelflugeigenschaften sind entsprechend schlecht: Um eine F-16 stabil in der Luft halten zu können, ist eine entsprechend hohe Mindestgeschwindigkeit erforderlich. Die Tatsache, dass die Funkverbindung ohne Vorwarnung oder einen Hinweis auf eine Notlage abbrach, deutet auf ein überraschend aufgetretenes Problem hin.

Es besteht allerdings noch die Hoffnung, dass der Pilot nach einer kontrollierten Notwasserung - etwa nach dem Ausfall der Bordelektronik - den Aufprall auf der Wasseroberfläche überlebt haben könnte, oder dass er sich vielleicht sogar bereits in der Luft per Schleudersitz aus der Maschine retten konnte.

Doch selbst unter günstigsten Umständen wäre damit weiterhin höchste Eile geboten: Denn einmal im Wasser, sinkt seine Überlebenswahrscheinlichkeit von Minute zu Minute, trotz der vergleichsweise warmen Adria-Temperaturen.

Am Morgen danach wurde die Suche nach dem Flugzeug und dem Piloten mit zusätzlichen Schiffen fortgesetzt. Taucher sollten an der vermuteten Absturzstelle unter der Wasseroberfläche nach weiteren Hinweisen Ausschau halten. Die "Search and Rescue"-Operation konzentrierte sich dabei auf einen Adria-Abschnitt in der Höhe von Cervia südlich von Ravenna.

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Quelle: n-tv.de

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