Panorama

Urteil: Acht Jahre Haft: Vater wollte Frau und Kinder verbrennen

Er zündete sein Haus an, als seine Frau und seine vier Kinder darin schliefen. Nun kommt der Vater wegen versuchten Mordes ins Gefängnis. Der Richter rät zur Therapie und wünscht dem Verurteilten, dass er eines Tages wieder Kontakt zu seinen Kindern bekommt.

Aus Ärger über das Ende seiner Ehe hat ein Vater aus Baden-Württemberg seine Frau und seine vier Kinder zu verbrennen versucht. Wegen versuchten Mordes muss der 42-Jährige aus Münsingen acht Jahre ins Gefängnis. Der Mann hat gestanden, mitten in der Nacht - während die Familie schlief - sein eigenes Haus angezündet zu haben. Es habe nicht viel gefehlt, dass zumindest die beiden jüngsten Kinder in dem Inferno ums Leben gekommen wären, betonten die Tübinger Richter. Nur weil die Frau des 42-Jährigen rechtzeitig wach wurde und Alarm schlagen konnte, kamen sie und die vier Kinder mit dem Schrecken davon.

Die Brandstiftung im November 2012 sei der Tiefpunkt einer jahrelangen Abwärtsspirale gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Peters. Die Familie habe zuletzt hohe Schulden gehabt. Mehrere Geschäftsideen scheiterten, schließlich fielen die Eheleute wohl mehrfach auf Schneeballsysteme herein.

Am Ende lag die Ehe in Scherben. Die Frau kündigte an, mit den Kindern auszuziehen. An jenem Abend habe der Vater den Entschluss gefasst, seine Familie und sich selbst zu verbrennen, sagte Peters. Der Angeklagte selbst hatte vor Gericht gesagt, er habe auf ein besseres Leben nach dem Tod gehofft. Dort habe er wieder mit seiner Familie zusammen sein wollen.

"Es war sehr knapp"

Mitten in der Nacht schleppte er Kanister mit 100 Litern Heizöl ins Haus. Im ersten Stock tränkte er Kleidungsstücke damit und verteilte das Öl vor den Schlafzimmern. Von dem ganzen Lärm wurde die Ehefrau wach. Doch sie konnte ihren Mann nicht davon abhalten, die Kleider in Brand zu setzen. Immerhin konnte sie Hilfe holen.

Als erstes war ein Nachbar an dem brennenden Haus. Er stellte eine Leiter an ein Kinderzimmer, über die ein damals neunjähriges Mädchen und ein siebenjähriger Junge herunterklettern konnten. Ein Feuerwehrmann wagte sich mit Spezialkleidung in das Haus, in dem sich die Flammen rasend schnell ausbreiteten. Er konnte die zweijährigen Zwillinge in Sicherheit bringen. "Es war sehr knapp, dass die Feuerwehrleute sie noch aus dem Zimmer herausbringen konnten", betonte Peters. Auch den Vater mussten die Einsatzkräfte retten.

"Ihre Kinder werden immer Sie als Vater haben"

Der Angeklagte selbst hatte immer wieder beteuert, dass ihm die Tat leidtue. Bei den Feuerwehrleuten, die vor Gericht als Zeugen vernommen wurden, bedankte er sich mehrmals, dass sie die Kinder gerettet hatten. "Das ändert aber nichts daran, dass er die Familie mit in den Tod nehmen wollte", erklärte Peters.

Der 42-Jährige soll nun im Gefängnis eine Therapie machen. Er könne ihm nur wünschen, dass er eines Tages wieder einen Weg finden werde, Kontakt zu seinen Kindern aufzunehmen, gab der Vorsitzende Richter dem Mann noch mit auf den Weg. "Ihre Kinder werden immer Sie als Vater haben, und Sie werden immer der Vater Ihrer Kinder sein."

Quelle: n-tv.de

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