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"Ebola ist echt", heißt es auf diesem Schild in Monrovia, der Hauptstadt Liberias.
"Ebola ist echt", heißt es auf diesem Schild in Monrovia, der Hauptstadt Liberias.(Foto: dpa)

Erste Erfolge in Westafrika: WHO erklärt Senegal für Ebola-frei

42 Tage ohne Ebola-Fall braucht es, bis ein Land die Seuche als beendet erklären kann. Im Senegal ist es nun soweit. Doch andernorts ist die Gefahr weiter akut: US-Touristen sitzen in der Karibik auf einem Schiff mit einem Verdachtsfall fest.

Der Senegal ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO wieder Ebola-frei. Der Ebola-Ausbruch sei offiziell beendet, erklärte die Organisation in Genf. Allerdings sei weiterhin Wachsamkeit angebracht. Zudem lobte die WHO das Land für seine Sorgfalt bei der Beendigung der Übertragung des Virus. Der einzige im Senegal bestätigte Ebola-Fall war ein Student, der auf dem Landweg aus dem Nachbarland Guinea eingereist war.

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Der junge Mann hatte sich durch den Kontakt zu einem Ebola-Patienten angesteckt, wurde am 5. September - wenige Tage nach der Diagnose - für geheilt erklärt und kehrte zwei Wochen später nach Guinea zurück. Um die Epidemie für beendet zu erklären, musste die zweifache Dauer der 21-tägigen Inkubationszeit abgewartet werden. In Nigeria, wo es 20 Fälle und acht Tote gab, läuft diese 42-Tages-Frist am Montag aus.

An Ebola starben nach WHO-Angaben bereits 4555 Menschen. Besonders betroffen sind die westafrikanischen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone. Insgesamt wurden laut WHO bislang 9216 Fälle in sieben Ländern festgestellt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief derweil die Staatengemeinschaft zu einem wesentlich stärkeren Einsatz gegen Ebola auf. "Wir müssen Versprechen zu Taten machen. Wir brauchen mehr Ärzte, Pfleger, Ausrüstung, Behandlungszentren und Evakuierungskapazitäten", sagte er in New York. Das Problem sei "sehr ernst".

Ebola-Verdacht auf Kreuzfahrtschiff

US-Präsident Barack Obama ernannte einen Sonderbeauftragten für den Kampf gegen Ebola. Ron Klain, der in seiner Karriere bereits verschiedene ranghohe Regierungsposten bekleidete, soll nach Angaben des Weißen Hauses das weitere Vorgehen koordinieren. Klain werde die Bemühungen abstimmen, die "amerikanische Bevölkerung zu schützen, indem Ebola-Patienten in diesem Land entdeckt, isoliert und behandelt werden".

Ein Helfer in einem Ebola-Zentrum in Freetown in Sierra Leone.
Ein Helfer in einem Ebola-Zentrum in Freetown in Sierra Leone.(Foto: AP)

Die Angst vor Ebola hat zudem Passagieren eines US-Kreuzfahrtschiffs den Karibik-Urlaub verdorben. Eine Mitarbeiterin des Krankenhauses in Texas, das den mittlerweile verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan behandelt hatte, stand auf dem vor Belize liegenden Schiff des Kreuzfahrtunternehmens Carnival Cruise unter Quarantäne. Der zentralamerikanische Staat alarmierte örtlichen Medienberichten zufolge seine Küstenwache, um zu verhindern, dass Touristen von Bord gehen.

Die nicht namentlich genannte Angestellte der Klinik Texas Health Presbyterian könnte nach Angaben der US-Seuchenkontrollbehörde CDC im Labor mit Körperflüssigkeiten von Duncan in Kontakt gekommen sein. Die Frau zeigte allerdings keinerlei Symptome und hätte zuletzt vor 19 Tagen mit Blutproben des Patienten hantieren können. Die Inkubationszeit von Ebola beträgt 21 Tage, ein Ausbruch der Krankheit wird mit zunehmender Zeit unwahrscheinlicher. Laut Carnival Cruise erklärte sich die Frau freiwillig dazu bereit, ihre Kabine nicht zu verlassen.

Entwarnungen in Spanien

Zwei Krankenschwestern der Klinik Texas Health Presbyterian, die Duncan gepflegt hatten, wurden positiv auf Ebola getestet. Der aus Liberia stammende Mann hatte sich in seiner Heimat infiziert. Die Krankheit brach aber erst aus, nachdem er Ende September zu einem Familienbesuch nach Texas gereist war. Vergangene Woche starb Duncan an dem Virus.

Eine gute Meldung kam aus Spanien: Zwei von sechs dort mit Ebola-Verdacht ins Krankenhaus gebrachte Patienten sind nicht mit dem tödlichen Virus infiziert. Ein Passagier aus Nigeria, der am Donnerstag auf dem Weiterflug von Paris nach Madrid von Schüttelfrost befallen wurde, sei negativ auf Ebola getestet worden, teilten die Behörden mit.

Auch ein weiterer Patient, der im selben Krankenwagen wie eine Ebola-infizierte Krankenschwester behandelt worden war, sei negativ getestet worden. In Spanien werden derzeit noch vier weitere Verdachtsfälle betreut, bei ihnen lagen zunächst noch keine Testergebnisse vor. Auch in Frankreich gab es vorsichtige Entwarnung für eine Krankenschwester, bei der Ebola-Verdacht aufgekommen war.

Quelle: n-tv.de

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