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Polizeihunde sollen sie nicht ersetzen, aber die Straßenhunde, die nun ausgebildet werden, könnten einfache Aufgaben übernehmen. Beamte sprechen von "freundlichen Helfern" auf Straßen und Märkten.
Polizeihunde sollen sie nicht ersetzen, aber die Straßenhunde, die nun ausgebildet werden, könnten einfache Aufgaben übernehmen. Beamte sprechen von "freundlichen Helfern" auf Straßen und Märkten.(Foto: REUTERS)
Samstag, 09. August 2014

Ausbilden statt einschläfern: Wie Neu-Delhi gegen Straßenhunde kämpft

Seit 2001 ist es in Indien verboten, Straßenhunde zu töten. Das Ergebnis: Heute wildern Millionen der Tiere durch die Großstädte. Nicht wenige von ihnen sind tollwütig. In Neu-Delhi beginnt jetzt ein sehr friedfertiger Versuch, dem Problem Herr zu werden.

Kinder trauen sich nicht mehr aus dem Haus. Jogger gehen nur noch mit Bambusstöcken auf die Straße. In keinem Land der Welt gibt es so viele streunende Hunde wie in Indien. Jedes Jahr kommt es zu Hunderttausenden Angriffen. Und Tausende der Opfer stecken sich dabei mit Tollwut an.

Viele der Tiere bereiten nicht nur Leid, sie führen auch ein leidvolles Leben.
Viele der Tiere bereiten nicht nur Leid, sie führen auch ein leidvolles Leben.(Foto: REUTERS)

Statt die Tiere zu töten - ein Gesetz aus dem Jahr 2001 verbietet dies - setzen die Behörden in der Hauptstadt Neu Delhi jetzt auf eine überraschende Methode, um dem Problem Herr zu werden. Sie wollen laut der "Hindustan Times" einige der überall in der Millionenstadt herumstreunenden Hunde einsammeln und dann von der Polizeihundestaffel ausbilden lassen.

"Wir erwarten nicht, dass die Straßenhunde hochkomplexe Sicherheitsaufgaben erfüllen wie die Polizeihunde", wird Jalaj Srivastava von der Stadtverwaltung in dem Bericht zitiert. "Die Idee ist, sie zu kontrollieren, so dass sie auf der Straße nicht mehr nach Abfällen suchen, sondern freundliche Helfer für Marktbesucher sind." Die Ausbildung dauere sieben Monate. Dann sollen die Hunde zusammen mit Sicherheitsleuten an den stark frequentierten Orten Connaught Place, Lodi Garden und Nehru Park patrouillieren.

Wie viele der Hunde Platz in dem Programm finden, ist bisher nicht bekannt. Tierschutzaktivisten begrüßten das Projekt aber als einen richtigen Schritt. "Das wird die Straßenhunde mit der Gesellschaft versöhnen und den Menschen nutzen", sagt Radha Unnikrishnan der Zeitung.

Bisher fingen die indischen Sicherheitsbehörden die wilden Tiere bei Gelegenheit nur ein, impften sie und setzten sie wieder auf der Straße aus. Die Tiere blieben Ärgernis und Gefahr für den Menschen und mussten oft selbst ein leidvolles Leben führen. Sie ernährten sich von Unrat, kamen im wilden Hauptstadtverkehr unter die Räder, erkrankten und starben früh.

Quelle: n-tv.de

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