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Das Grab der 2011 verstorbenen Carolin Wosnitza.
Das Grab der 2011 verstorbenen Carolin Wosnitza.(Foto: dpa)

Tod bei der fünften Busen-OP: Witwer von "Sexy Cora" fordert eine Million

"Sexy Cora" will richtig groß rauskommen. Körbchengröße 70 F scheint da immer noch nicht zu reichen. Doch nach einer erneuten Busen-OP wacht die platinblonde "Porno-Prinzessin" nicht mehr auf. Ihr Witwer verlangt jetzt eine hohe Entschädigung.

Ob Lider straffen, Fett absaugen, Lippen korrigieren oder Brust vergrößern - Hunderttausende Deutsche legen sich jährlich unters Messer. Die Sucht nach vermeintlicher Perfektion nimmt immer mehr zu. Besonders tragisch ist der Fall der Porno-Darstellerin "Sexy Cora", die 2011 ihren Marktwert mit ihrer fünften Brustvergrößerung steigern wollte, dabei aber ins Koma fiel und schließlich starb.

Fünf Jahre nach ihrem Tod hat die missglückte Operation nun ein zivilgerichtliches Nachspiel. Ihr Witwer, Tim Wosnitza, hat eine Hamburger Schönheitsklinik auf eine Entschädigung von knapp einer Million Euro verklagt. Heute wird die Klage verhandelt.

Wosnitza war der Manager und Geschäftspartner von "Sexy Cora", die mit bürgerlichem Namen Carolin Wosnitza hieß. Die damals 23-Jährige erlitt bei der Operation zur Brustvergrößerung im Januar 2011 einen Herzstillstand und starb nach mehreren Tagen im Koma an einer Hirnlähmung. Die junge Frau - die auch als "Big Brother"-Kandidatin im Fernsehsender RTL II bekannt geworden war - ließ sich damals zum fünften Mal ihre Brüste vergrößern.

Narkoseärztin räumte Schuld ein

Das Hamburger Landgericht verurteilte am 5. Februar 2013 die an der Operation beteiligte Narkoseärztin zu 14 Monaten Haft auf Bewährung. Die Richter befanden die damals 56 Jahre alte Anästhesistin der fahrlässigen Tötung für schuldig. Die Medizinerin hatte vor Gericht die Schuld und Verantwortung für den tödlich verlaufenen Eingriff auf sich genommen. Sie habe während der Operation zu spät den Herzstillstand bemerkt, weil an einem Gerät ein Alarmton ausgeschaltet war, erklärte sie.

In dem Zivilverfahren wird es vermutlich erneut um die Fehler bei der Operation gehen. Das Landgericht hat nach Angaben eines Sprechers einen medizinischen Sachverständigen geladen.

Kläger Wosnitza macht eine Entschädigung für seine Einkommensausfälle geltend. Der Witwer weise darauf hin, mit seiner Frau über ein gemeinsames Unternehmen geschäftlich verbunden gewesen zu sein. Sie hätte sich langfristig in der Branche behaupten können, durch ihren Tod seien ihm Einkünfte entgangen, fasste der Gerichtssprecher die Argumentation des Klägers zusammen. Er verlange außerdem Schmerzensgeld zu ihren Gunsten.

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Quelle: n-tv.de

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