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Allein in einem umgestürzten Wohnkomplex in Tainan vermuten die Retter noch mehr als 100 Menschen.
Allein in einem umgestürzten Wohnkomplex in Tainan vermuten die Retter noch mehr als 100 Menschen.(Foto: REUTERS)

Noch 152 Vermisste unter den Trümmern: Zahl der Erdbeben-Toten in Taiwan steigt

Inzwischen zählen die Behörden in Taiwan 18 Todesopfer. Die Bergungsarbeiten gestalten sich schwierig. Dass der Erdstoß der Stärke 6,4 im Beben-erfahrenen Taiwan so viele Opfer fordert, wirft unangenehme Fragen auf.

Einen Tag nach dem Erdbeben im Süden Taiwans haben die Rettungskräfte am Sonntag weiter nach 152 Vermissten in den Trümmern gesucht. Die Zahl der Toten in der Metropole Tainan stieg auf 18, wie das Katastrophenzentrum berichtete. Rund 500 Menschen wurden verletzt, 98 waren noch in Krankenhäusern. Die Suche nach den Verschütteten dauerte die Nacht über an. Rund 100 Menschen wurden allein in den Trümmern eines 17-stöckigen Wohnhauses vermisst, das komplett umgestürzt war.

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Die Behörden haben den Verdacht, dass Pfusch am Bau die Ursache gewesen sein könnte, warum das Haus dem Beben der Stärke 6,4 nicht standhalten konnte. Vor dem Haus versammelten sich verzweifelte Angehörige. Am Sonntagmorgen holten die Bergungskräfte drei Bewohner aus den Trümmern, darunter ein kleiner Junge und sein Vater, wie die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA berichtete. Kurz nach Mitternacht waren aber auch drei weitere Tote geborgen worden.

Die meisten Verschütteten in dem Weiguan-Jinlong-Wohnkomplex wurden in den zerstörten unteren Stockwerken vermutet, zu denen sich die Rettungskräfte nur schwer Zugang verschaffen konnten. Die Helfer mussten teils schweres Gerät einsetzen und Wände mit Trägern stützen, da befürchtet wurde, dass die Hausreste weiter in sich zusammenbrechen und so Verschüttete und Rettungskräfte in Gefahr geraten.

356 Menschen lebend geborgen

Tainans Bürgermeister Lai Ching-te sagte, die Suche komme nur langsam voran, weil die Retter die Trümmerstücke vorsichtig und teilweise von Hand beseitigen müssten, um niemanden zu gefährden. In der Zwei-Millionen-Metropole sind insgesamt mehr als zehn Gebäude eingestürzt. Unter den Vermissten in der Stadt sind nach offiziellen Angaben auch mindestens 35 Kinder. Bei den Rettungsarbeiten konnten bislang 356 Menschen lebend geborgen werden. Wegen Einsturzgefahr wurden 424 Menschen bei Evakuierungen in Sicherheit gebracht.

Musikstar Madonna beschrieb das Erdbeben als "furchterregend". Bei ihrem zweiten Konzert in Taipeh, wo die Sängerin im Hotel von den Erdstößen überrascht worden war, sprach sie den Familien der Todesopfer ihr Beileid aus. "Uns tut es sehr leid. Wir sollten sie in unserer Erinnerung halten und daran denken, wie viel Glück wir gehabt haben", zitierte sie die Nachrichtenagentur CNA.

"Ich wollte nur sagen, wie verrückt die letzte Nacht war", sagte die Sängerin vor Tausenden von Fans. "In Los Angeles habe ich früher schon Erdbeben erlebt, aber das war am Boden, nicht im 17. Stock des Mandarin Oriental Hotels." Die 57-Jährige zeigte sich erleichtert, dass ihrem Team und anderen Menschen in der Hauptstadt 350 Kilometer nördlich vom Epizentrum nichts passiert sei. "Wir sind vom Glück gesegnet."

Das Erdbeben passierte nur einen Tag vor dem traditionellen chinesischen Neujahrsfest, das am Sonntagabend gefeiert wird. Es ist das größte Familienfest der Chinesen. Nach der vorübergehenden Unterbrechung der Hochgeschwindigkeitsbahn im Süden Taiwans verkehrten die Züge ab Sonntagmorgen wieder normal.

Quelle: n-tv.de

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