Panorama
Donnerstag, 03. Juni 2010

Jugendamt macht Ärger: "Zeilmeisje" gibt nicht auf

Der Weltrekordversuch des holländischen Segelmädchens Laura Dekker steht wieder in den Sternen. Die Risiken für die 14-Jährige seien zu hoch, so das Jugendamt. Die Behörde will deshalb ihre Aufsicht über Dekker verlängern.

Laura will um die Welt segeln, wie einst ihr Vater.
Laura will um die Welt segeln, wie einst ihr Vater.

Die 14-jährige Laura Dekker ist nach Einschätzung des Jugendamtes bis auf weiteres nicht in der Lage, allein in einem Boot die Welt zu umsegeln. Mit dieser Begründung verlangte die Behörde jetzt die Verlängerung ihrer Aufsicht über das Mädchen, berichtete die niederländische Zeitung "de Volkskrant".

Das Familiengericht in Middelburg (Provinz Zeeland) soll über den Antrag am 14. Juni entscheiden. Nur wenn er abgewiesen wird, könnte Laura wie zuletzt geplant vom 1. Juli an zu ihrem Segeltörn starten. Die Jugendschützer verwiesen auf die Entscheidung eines Berufungsgerichts in Arnheim. Es hatte Anfang Mai erklärt, trotz zusätzlichen Trainings und weiterer Sicherheitsvorkehrungen seien die Risiken einer Solo-Weltumseglung für die 14-Jährige zu hoch. Daran habe sich nichts geändert, argumentierte nun das Jugendamt.

Bei dem Streit geht es auch darum, dass Laura es ablehnt, sicherheitshalber von einem Boot mit einer erfahrenen Besatzung begleitet zu werden. Das wäre dann kein echter Solotörn mehr, erklärte sie. Das "Zeilmeisje" (Segelmädchen) gibt die Hoffnung jedoch nicht auf. Zur Vorbereitung ihres Rekordversuchs ist Laura mit ihrem Vater nach Brouwershaven in der Provinz Zeeland umgezogen. Von dort aus unternimmt sie mit ihrer neuen Jacht Trainingstörns.

Entscheidend für einen Rekord Lauras wäre unter anderem, dass sie noch als 16-Jährige von ihrer Weltumseglung zurückkehrt. Laura wird am 20. September 15 Jahre alt. Derzeit gilt vielen die Australierin Jessica Watson als Rekordhalterin. Sie war drei Tage vor ihrem 17. Geburtstag am 15. Mai nach einer Weltumseglung in Sydney angekommen.

Ein australischer Verband, nach dessen Statuten Segelrekorde registriert werden, erklärte jedoch, ihre Route über insgesamt 23.000 Seemeilen sei zu kurz für eine tatsächliche Weltumrundung gewesen. Ein internationales Gremium zur amtlichen Beurteilung solcher Rekordversuche gibt es bislang nicht. Die 16-jährige Amerikanerin Abby Sunderland hatte ihren Rekordversuch Ende April in Kapstadt abgebrochen.

Quelle: n-tv.de

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