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Im Jahr 2008 ist die Ziegengrippe in Deutschland bei 160 Tieren nachgewiesen worden, 2007 erkrankten 60 Tiere, 2005 waren es 109.
Im Jahr 2008 ist die Ziegengrippe in Deutschland bei 160 Tieren nachgewiesen worden, 2007 erkrankten 60 Tiere, 2005 waren es 109.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Niederländische Behörden besorgt: Ziegengrippe breitet sich aus

In den Niederlanden wächst die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der gefährlichen Ziegengrippe. Tausende Tiere werden vorsorglich geschlachtet. Auch für Menschen kann die Krankheit gefährlich sein. Schon mehr als 2000 Holländer sind erkrankt, sechs sind gestorben. Jetzt ist auch Deutschland alarmiert.

Trotz der Massentötung von Ziegen wird in den Niederlanden die Ausweitung der auf Menschen übertragbaren und in Einzelfällen lebensgefährlichen Ziegengrippe befürchtet. Bei weiteren 16 Viehzuchtbetrieben bestehe jetzt der Verdacht eines Befalls mit der auch als Queensland- oder Q-Fieber bekannten Infektionskrankheit, bestätigte das Landwirtschaftsministerium.

Bereits am Mittwoch hatten Behörden angeordnet, 36.000 Ziegen zu schlachten, die möglicherweise infiziert waren. Schon zuvor war bereits einmal die Tötung von 20.000 Tieren angeordnet worden. "Das ist im internationalen Vergleich schon ein ungewöhnlich lang andauernder und großer Ausbruch", sagt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin.

"In Deutschland nichts Auffälliges"

Die angrenzenden Bundesländer seien verstärkt aufmerksam. "Bisher ist in Deutschland aber nichts Auffälliges zu beobachten." Hierzulande stecken sich jährlich rund 100 bis 400 Menschen mit Q-Fieber an, in diesem Jahr sind es bisher knapp 190. Tödlich endete die Erkrankung bisher in zwei Fällen, in den vergangenen Jahren gab es bundesweit häufig auch nur einen oder keinen Todesfall. In den Niederlanden erkrankten dagegen allein seit Jahresbeginn 2300 Menschen, sechs starben an den Folgen der von Ziegen oder Schafen übertragenen Krankheit

Für die Tierbestände in Deutschland stellt der Ausbruch nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit (FLI) bisher keine größere Gefahr dar. "Wir beobachten das Geschehen in den Niederlanden", sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking. In Deutschland gebe es bisher keine Anzeichen für ungewöhnlich hohe Fallzahlen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen seien deshalb derzeit nicht erforderlich.

Die Ziegengrippe wird von einem Bakterium verursacht. Ansteckungen von Mensch zu Mensch gelten als extrem selten. Die Krankheit wurde erstmals 1937 bei Arbeitern in Schlachtbetrieben des australischen Bundesstaats Queensland diagnostiziert.

Quelle: n-tv.de

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