Politik

Praxisgebühr nicht bezahlt: 200.000 Verfahren offen

(Foto: dpa)

Nach dem Ende der Praxisgebühr zum Jahreswechsel müssen zehntausende Patienten wohl im kommenden Jahr nachzahlen. Derzeit gebe es noch 200.000 offene Mahnverfahren für nicht gezahlte Gebühren, berichtete der "Focus" unter Berufung auf Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die Verfahren würden im Laufe des kommenden Jahres abgearbeitet, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Köhler.

Köhler verlangte einen Ersatz für die wegfallende Zehn-Euro-Abgabe: "Ich kann mir an Stelle der alten Praxisgebühr eine Kombination aus Hausarztsystem und Zuzahlungen vorstellen." Besuche beim Hausarzt wären dann frei; wer ohne Überweisung zum Facharzt will, müsste Geld bezahlen. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, unterstützte diese Forderung: "Nur der Besuch beim Hausarzt muss jedem offen stehen und immer kostenlos sein."

Laut einer Umfrage des Instituts Emnid im Auftrag des "Focus" dürfte der Wegfall der Praxisgebühr nicht unmittelbar zu volleren Wartezimmern führen. Nur 4 Prozent der Befragten gab an, jetzt öfter zum Arzt gehen zu wollen. 85 Prozent wollen ihr Verhalten nicht ändern.

Quelle: n-tv.de

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