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Unkonventioneller CDU-Vorschlag: 500 Euro für Ferien in Griechenland

Zwei CDU-Politiker schlagen vor, dass der deutsche Fiskus Griechenland-Urlaube mit bis zu 500 Euro fördert. "Wir wollten das Projekt der Griechenland-Hilfen einfach mal ein bisschen unkonventionell denken", sagt der Haushaltsexperte Rüdiger Kruse.

n-tv.de: Die "Bild"-Zeitung zitiert Sie mit dem Vorschlag, deutsche Griechenland-Urlauber sollten bis zu 500 Euro vom deutschen Staat erstattet bekommen. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Rüdiger Kruse ist Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags und stellvertretender Vorsitzender der Hamburger CDU.
Rüdiger Kruse ist Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags und stellvertretender Vorsitzender der Hamburger CDU.

Rüdiger Kruse: Die Idee ist schon ein paar Monate alt. Am Rande des Haushaltsausschusses habe ich das mal mit meinem Fraktionskollegen Axel Fischer besprochen. Unsere Frage war: Wie kann man direkt im Land was verändern?

Wollen Sie den Tourismus in Griechenland ankurbeln?

Unser Vorschlag könnte dazu führen, dass mehr Deutsche ihren Urlaub in Griechenland verbringen. Uns geht es aber um mehr: Die Erstattung gäbe es nur gegen Quittungen und nur, wenn die Rechnungen mit EC- oder Kreditkarte bezahlt werden. Es wäre ein Anreiz für mehr Steuerehrlichkeit in Griechenland und ein Anstoß für die Griechen, endlich ein vernünftiges Steuersystem einzuführen.

Wären 500 Euro nicht ein bisschen viel?

Auf die konkrete Summe kommt es nicht an. Wir wollten das Projekt der Griechenland-Hilfen einfach mal ein bisschen unkonventionell denken.

Gibt es aus dem Finanzministerium schon eine Rückmeldung auf Ihren Vorschlag?

Aus dem Finanzministerium noch nicht, aber in der Fraktion haben mich schon ein paar Leute gefragt, ob sie eine Reise bei mir buchen können (lacht).

Ihr Vorschlag ist tatsächlich ein bisschen lustig. Wird der in Ihrer Fraktion ernstgenommen?

Natürlich hat die Idee eine humorvolle Seite. Aber viele Kollegen fanden sehr positiv, dass mal ein anderer Denkansatz in die Debatte kommt.

Haben Sie am vergangenen Freitag für oder gegen die Verlängerung der Griechenland-Hilfen gestimmt?

Dafür.

Glauben Sie, dass Griechenland im Euro bleibt?

Ja. Ich hoffe, dass Griechenland im Euro bleibt. Man kann immer sagen: "Nichts ist alternativlos." Aber die Alternativen können ganz schön schlecht sein. Für Griechenland, aber auch für die EU, wäre ein Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht wünschenswert. Griechenland hat schon einiges an Reformen geleistet. Nötig ist ein Kulturwechsel - aber die Menschen vor Ort müssen auch sehen: Es geht voran.

Waren Sie selbst schon einmal in Griechenland?

Ich war mal zwei Tage bei einer Tagung in Athen. Aber da habe ich es nur geschafft, mir eine halbe Stunde lang die Akropolis anzuschauen.

Dann müssten Sie eigentlich ...

... dringend wieder hin, stimmt.

Mit Rüdiger Kruse sprach Hubertus Volmer

Quelle: n-tv.de

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