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23 Prozent der Flüchtlinge weltweit waren zur Jahresmitte 2014 Syrer. Mehr als drei Millionen von ihnen sind in angrenzende Länder wie den Libanon geflohen.
23 Prozent der Flüchtlinge weltweit waren zur Jahresmitte 2014 Syrer. Mehr als drei Millionen von ihnen sind in angrenzende Länder wie den Libanon geflohen.(Foto: AP)

Deutschland Asylziel Nummer 1: 57 Millionen Menschen sind auf der Flucht

2014 war in vielen Teilen der Erde ein Jahr, geprägt von Flucht und Vertreibung. Neue Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks belegen das historische Ausmaß. Syrien löst erstmals Afghanistan ab, das 30 Jahre lang an der Spitze des traurigen Rankings stand.

Das Ausmaß von Flucht und Vertreibung hat durch die bewaffneten Konflikte in der Welt einen traurigen Rekord erreicht: Bis Mitte 2014 verzeichnete das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) 56,7 Millionen Flüchtlinge sowie Vertriebene innerhalb der eigenen Landesgrenzen - eine seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erreichte Zahl. Eine fast identische Zahl veröffentlichte im September bereits Amnesty International. Die mit Abstand meisten Asylanträge stellten Flüchtlinge in Deutschland.

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Allein im ersten Halbjahr 2014 wurden nach den in Genf veröffentlichten Zahlen 5,5 Millionen Menschen durch Gewalt in die Flucht getrieben. Davon seien 1,4 Millionen Menschen über internationale Grenzen geflohen, alle anderen im jeweils eigenen Land. Mit mehr als drei Millionen Menschen haben Syrer im vergangenen Jahr erstmals die größte Bevölkerungsgruppe unter allen Flüchtlingen weltweit gestellt, für die das UNHCR zuständig ist. Ihr Anteil lag im ersten Halbjahr 2014 bei 23 Prozent.

In den vergangenen 30 Jahren stellten demnach stets Flüchtlinge aus Afghanistan die größte Gruppe dar. Die Zahl afghanischer Flüchtlinge bezifferte das UNHCR auf 2,7 Millionen. Es folgen Somalia mit 1,1 Millionen, der Sudan mit 670.000 und der Südsudan mit 509.000 Flüchtlingen.

Mit der Zahl der Flüchtlinge ging weltweit auch die der Asylanträge deutlich nach oben - wobei Deutschland wie in früheren Jahren das begehrteste Zielland ist. In der Bundesrepublik baten von Januar bis Ende Juni 67.400 Menschen um Asyl - fast 20.000 mehr als in den USA (47.500) sowie deutlich mehr als doppelt so viele wie in Frankreich, mit 29.900 Anträgen auf Platz drei. "Wenn sich die Trends so fortsetzen, wird Deutschland (für 2014 insgesamt) wahrscheinlich den höchste Jahresstand von Asylanträgen seit fast 20 Jahren verzeichnen", heißt es in dem Bericht.

Fast ein Fünftel der Asylanträge in der Bundesrepublik wurden laut UNHCR von Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien gestellt, gefolgt von Menschen aus Serbien, dem Kosovo, Afghanistan und Eritrea.

Die weitaus meisten Flüchtlinge werden aber in den zumeist armen Ländern der jeweiligen Konfliktregionen versorgt. Das Land, das weltweit die meisten Flüchtlinge beherbergte, war bis Ende Juni 2014 Pakistan mit 1,6 Millionen Menschen. Danach folgen der Libanon (1,1 Millionen), Iran (982.000), die Türkei (824.000), Jordanien (737.000), Äthiopien (588.000), Kenia (537.000) und der Tschad (455.000). Nicht berücksichtigt sind in dem Bericht die fast fünf Millionen palästinensischen Flüchtlinge, da diese von der gesonderten UN-Hilfsorganisation UNRWA betreut werden. Der Libanon und Jordanien nahmen den Angaben zufolge im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung die meisten Flüchtlinge auf.

Quelle: n-tv.de

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