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"Rohre sind ein Schwachpunkt": AKW-Rückbau dauert 20 Jahre

Das Gelände von Atomkraftwerken kann nach dem Abbau der Anlagen und vollständiger Dekontamination Jahrzehnte später durchaus anderweitig genutzt werden. "Das Areal kann man wieder sauber bekommen", sagt Mathias Steinhoff vom Öko-Institut Darmstadt.

Das Atomkraftwerk Biblis
Das Atomkraftwerk Biblis(Foto: dpa)

Das Gelände von Atomkraftwerken kann nach dem Abbau der Anlagen und vollständiger Dekontamination Jahrzehnte später durchaus anderweitig genutzt werden. "Das Areal kann man wieder sauber bekommen", sagt Mathias Steinhoff vom Öko-Institut Darmstadt. Der Abbau einer Atom-Anlage und die Freigabe des Geländes dauerten aber ihre Zeit, erklärt der Diplom-Biologe und Bodenkundler. "Da können 20 Jahre ins Land gehen." Untersuchungen auf Radioaktivität müssten bereits während des Rückbaus erfolgen, nicht erst danach.

Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2022 aus der Atomenergie aussteigen. Der älteste kommerziell genutzte Meiler ist der Block A des Kraftwerkes im südhessischen Biblis. Er wurde 1974 in Betrieb genommen. Block B folgte zwei Jahre später.

"Experten müssen den Bereich genau auf Radioaktivität und auf andere Belastungen hin untersuchen", so Steinhoff. Der Boden könne gegebenenfalls ausgebaggert und abtransportiert werden. "Nach 50 bis 100 Jahren muss in jedem Fall von einer uneingeschränkten Nutzung des Geländes ausgegangen werden, da die frühere Nutzung in Vergessenheit gerät", meint der 45-Jährige.

Die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung sei nicht für alle Bereiche einer AKW-Anlage gleich groß. Bei Bürogebäuden sei dies eher nicht der Fall. Der Außenbereich eines Meilers könne betroffen sein, wenn dort mit radioaktiven Abfällen umgegangen wurde. Gebäudeleckagen seien eher unwahrscheinlich. "Da müsste schon eine Havarie vorliegen", sagt Steinhoff. "Rohre sind allerdings ein Schwachpunkt." Hier könne schnell einmal Radioaktivität austreten.

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Quelle: n-tv.de

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