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Die Landtagsfraktion der AfD hat nur noch 22 statt 25 Mitglieder.
Die Landtagsfraktion der AfD hat nur noch 22 statt 25 Mitglieder.(Foto: picture alliance / Matthias Bein)

Schwund in Sachsen-Anhalt: Abgeordneter verlässt AfD-Fraktion

Die Fraktion der AfD in Sachsen-Anhalt verliert schon wieder einen Landtagsabgeordneten: Jens Diederichs hat genug vom "Rechtsruck" der Partei, wie er selber sagt. Er hat aber schon eine Idee, wie seine politische Karriere weitergehen soll.

Die AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt ist erneut geschrumpft: Der Landtagsabgeordnete Jens Diederichs hat am Dienstag die AfD verlassen. Der 53-Jährige habe die Landtagspräsidentin über seinen Austritt aus der größten Oppositionsfraktion informiert, sagte eine Landtagssprecherin in Magdeburg.

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Gleichzeitig habe er den Wunsch geäußert, auf die Bank der größten Regierungsfraktion zu wechseln, wie CDU-Fraktionschef Siegfried Borgwardt erklärte. Die Anfrage solle in der kommenden Woche bei einer Fraktionssitzung diskutiert werden.

Diederichs ist bereits der dritte Landtagsabgeordnete, der die dauerstreitende AfD-Fraktion seit Ende Mai verlassen hat. Er ist jedoch der erste, der zeitgleich auch sein Parteibuch zurückgab. Diederichs habe am Dienstag schriftlich seinen Austritt erklärt, bestätigte ein Sprecher des Bundesverbands in Berlin.

Allerdings ist bislang unklar, ob Diederich nun erwägt, auch Mitglied der CDU zu werden. Laut Satzung ist es möglich, dass fraktions- und parteilose Abgeordnete mit Hospitantenstatus in die Reihen der CDU aufgenommen werden können. Bevor Diederichs Mitglied der AfD wurde, war er bereits Mitglied der SED und der SPD.

Austrittsgrund: Rechtsruck und interner Streit

Als Gründe für seinen Schritt nannte Diederichs im Radiosender MDR Sachsen-Anhalt unter anderem den Rechtsruck und internen Streit in der AfD. Die AfD-Fraktion mit ihrem Vorsitzenden André Poggenburg hat jetzt noch 22 der einst 25 Mitglieder. Spekuliert wird in Magdeburg über weitere austrittswillige Abgeordnete.

Zuletzt waren Sarah Sauermann und Gottfried Backhaus abgesprungen. Geht noch ein Abgeordneter, ist die AfD laut Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" (MZ) nicht mehr stark genug, um im Landtag einen Untersuchungsauschuss zu erzwingen.

Wie der MDR berichtet, soll Diederichs den AfD-Landesvorsitzenden, André Poggenburg, mehrfach kritisiert haben. Poggenburg sagte im Gespräch mit dem Sender: Es sei ein konsequenter Schritt, dass Diederichs aus der Fraktion und der Partei gehe. Er fordere ihn auf, seinen Sitz im Landtag an die Partei zurückzugeben. Den Grund für den Austritt aus Partei und Fraktion bezeichnete Poggenburg als "hanebüchen". Es stimme nicht, dass es in der AfD Entwicklungen nach rechts gebe.

Quelle: n-tv.de

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