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Laut Jörg Meuthen sei die AfD nicht auf jegliche Kooperation mit anderen Parteien angewiesen.
Laut Jörg Meuthen sei die AfD nicht auf jegliche Kooperation mit anderen Parteien angewiesen.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz "inhaltlicher Schnittmengen": AfD gibt Pegida einen Korb

AfD-Chef Jörg Meuthen blockt die Annährungsversuche von Pegida-Gründer Lutz Bachmann ab - und er stellt klar: Am Schulterschluss mit der fremdenfeindlichen Bewegung besteht kein Interesse. Doch innerhalb der Partei gibt es auch Pegida-freundlichere Töne.

Die fremdenfeindliche und antiislamische Pegida-Bewegung sucht die Nähe zur Alternative für Deutschland (AfD): Am Montagabend hatte Pegida-Gründer Lutz Bachmann der rechtspopulistischen Partei auf einer Kundgebung in Dresden indirekt ein Verhandlungsangebot über eine gemeinsame Listenbildung unterbreitet. Der Co-Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, erteilte solchen Überlegungen allerdings umgehend eine Absage.

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Meuthen sagte, weder befürworte er eine Zusammenarbeit mit Pegida noch könne er sich eine gemeinsame Listenverbindung vorstellen. Die AfD sei "auf keinerlei Koalitionen oder wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit anderen Parteien oder Organisationen angewiesen", sagte Meuthen, der auch Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März ist.

Bachmann hatte gesagt, er sehe eine "derart große Schnittmenge" mit der AfD, dass man "über persönliche Befindlichkeiten hinwegsehen" müsse. Für eine mögliche Zusammenarbeit müsse Pegida aber "zwingend notwendig" eine Partei werden, um mit der AfD "auf Augenhöhe" reden zu können. Eine Parteigründung hatte Bachmann schon vor Monaten ins Gespräch gebracht und angekündigt, bei Landtagswahlen antreten zu wollen.

Die AfD will unabhängig bleiben

Ob über die Absage von der AfD-Parteispitze an das Anti-Islam-Bündnis Konsens innerhalb der Partei herrscht, ist allerdings fraglich. Denn AfD-Chefin Frauke Petry hatte in der Vergangenheit durchaus die Nähe zu Pegida gesucht und erklärt, es gebe "inhaltliche Schnittmengen". Sie nannte in diesem Zusammenhang etwa die Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung oder nach einem Einwanderungsrecht.

Die Pegida-Bewegung geht seit Oktober 2014 in Dresden fast wöchentlich auf die Straße und macht Stimmung gegen Muslime, Flüchtlinge, Politiker und Medien. Am Montagabend versammelte Pegida nach Angaben der Studenteninitiative "Durchgezählt" erneut bis zu 3500 Anhänger in der sächsischen Landeshauptstadt. Ihnen standen rund 300 Gegendemonstranten gegenüber.

Quelle: n-tv.de

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