Politik
Wird Albrecht Glaser im vierten Anlauf Vizepräsident des Deutschen Bundestags?
Wird Albrecht Glaser im vierten Anlauf Vizepräsident des Deutschen Bundestags?(Foto: imago/Emmanuele Contini)
Mittwoch, 25. Oktober 2017

Fraktion hält an Kandidaten fest: AfD schickt Glaser auf Überzeugungstour

Drei Mal versucht der AfD-Abgeordnete Glaser, Vizepräsident des Bundestags zu werden. Drei Mal scheitert er. Die Fraktion erklärt nun, ihn erneut zur Wahl stellen zu wollen. Doch zuvor soll er die Gelegenheit bekommen, sich vor den anderen Fraktionen zu erklären.

Nach der Niederlage in der ersten Sitzung des Bundestages unternimmt die AfD einen weiteren Anlauf, ihren umstrittenen Abgeordneten Albrecht Glaser zum Vizepräsidenten des Parlamentes wählen zu lassen. Man werde Glaser erneut vorschlagen, kündigte Ko-Fraktionschef Alexander Gauland an.

Allerdings biete die AfD-Fraktion an, dass Glaser seine Position zum Islam in den anderen Fraktionen erkläre und das Gespräch suche, "damit etwaige Missverständnisse oder Vorurteile aufgeklärt werden können". Danach werde der Abgeordnete erneut für den Vizeposten vorgeschlagen.

Gaulands Kollegin Alice Weidel sagte: "Natürlich wird er die Aussagen nicht zurücknehmen, weil diese Aussagen völlig durch unser Wahlprogramm und durch unser Grundsatzprogramm gedeckt sind." Die Politik müsse sich endlich mit diesem Thema beschäftigen.

AfD-Politiker wählten Kubicki und Friedrich

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble soll sechs Stellvertreter bekommen, so dass jede Partei im Präsidium vertreten ist. Die Wahl Glasers scheiterte allerdings am Dienstag in der konstituierenden Sitzung in drei Wahlgängen am Widerstand der anderen Fraktionen. Kritiker werfen dem 75-jährigen Juristen vor, Muslimen das Grundrecht auf Religionsfreiheit verweigern zu wollen.

Gauland bestätigte, dass einzelne Kandidaten der anderen Parteien Stimmen aus der AfD-Fraktion bekommen haben. In AfD-Kreisen hatte es geheißen, Wolfgang Kubicki von der FDP und Hans-Peter Friedrich von der CSU seien von vielen Abgeordneten der Partei unterstützt worden. Zur Begründung führte Gauland an, dass diese Politiker sich nicht abwertend über die AfD geäußert hätten. Kubicki hatte bei der Wahl der Stellvertreter am Dienstag 489 Ja-Stimmen erhalten. Für Friedrich votierten 507 Abgeordnete.

Quelle: n-tv.de

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