Politik

Unsichtbares Potenzial: AfD sieht sich beinahe zweistellig

Die Alternative für Deutschland ist zuversichtlich, bei der Bundestagswahl mit hohen Werten ins Parlament einzuziehen. Dass das klappen könnte, sagen auch die Demoskopen.

Bernd Lucke macht Planspiele.
Bernd Lucke macht Planspiele.(Foto: picture alliance / dpa)

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl sieht sich die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) im Aufwind und denkt laut über eine Koalition mit der Union nach. Bei CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt holte sich AfD-Chef Bernd Lucke allerdings erstmal einen Korb. Mit der Forderung nach einem Euro-Austritt spiele die AfD mit dem Feuer, sagte sie.

In mehreren Umfragen wurden für die AfD zuletzt drei Prozent der Stimmen gemessen. Allerdings sind die Vorhersagen unsicher. "Es ist nicht auszuschließen, dass die AfD die Fünf-Prozent-Hürde überspringt", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Es gebe eine Dunkelziffer wegen AfD-Anhängern, die in den Befragungen nicht zugeben wollten, eine Euro-kritische Partei zu wählen. Auch Hans-Peter Schöppner von Emnid hält es für möglich, dass die AfD den Sprung ins Parlament schafft. Manche Wähler hätten den Impuls, schlicht die Partei zu wählen, "mit der man die Etablierten am meisten ärgern kann", sagte er.

"Überraschende Kehrtwenden"

Lucke gab sich siegesgewiss. "Es wird locker reichen", sagte er dem "Focus". Die AfD werde klar über fünf Prozent liegen, "vielleicht nahe an zweistellig". Die AfD werde zwar nur mit Parteien in Koalitionsgespräche eintreten, die bereit seien, sich grundlegend von der aktuellen Euro-Rettungspolitik abzuwenden. Allerdings hätten bestimmte Parteiführungen "in der Vergangenheit schon eine ganze Reihe überraschender Kehrtwenden vollzogen". So habe die CDU in der vergangenen Wahlperiode die Wehrpflicht, die Kernkraft oder die Absage an einen Mindestlohn über Bord geworfen.

Hasselfeldt, die die CSU-Abgeordneten im Bundestag anführt, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die AfD müsse mit Argumenten gekontert werden. Wer einen Austritt aus dem Euro fordere, bringe die Wirtschaftskraft Europas und Deutschlands in Gefahr: "Das müssen wir den Menschen immer wieder erklären." Deutschland profitiere enorm von einem stabilen Euro und sei auch im eigenen Interesse solidarisch mit den Krisenstaaten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel grenzte sich ebenfalls entschieden von der AfD ab. "Die meisten Bürger wissen: Der Euro ist gut für Deutschland und sichert Arbeitsplätze", sagte Merkel der "Bild am Sonntag". "Umfragen zeigen, dass weniger Bürger denn je sich die D-Mark zurückwünschen." Zur Möglichkeit einer Koalition mit der AfD sagte die CDU-Vorsitzende: "Die Frage stellt sich nicht."

Quelle: n-tv.de

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